Extremsport: Planking

Josepha Schweizer

Ein Mann in einem grünen T-Shirt liegt stocksteif und mit dem Gesicht gen Boden auf der Treppe am Augustinerplatz. Klar, dass da Umhersitzende und Passanten komisch gucken. Der Mann in dem grünen T-Shirt ist André Mergener aus Freiburg. Und sein Stocksteif-Herumliegen-mit-dem-Gesicht-nach-unten nennt man Planking.



André Mergener mag Extremsport. Schon mehrfach hat der Freiburger die Highland Games, den Strongman Run und eine ganze Reihe weiterer Hardcore-Sportereignisse bestritten. Und seit einiger Zeit hat er ein neues Hobby.

Der Extremsportler, der immer wieder neue Herausforderungen sucht und gerne an seine Grenzen geht, legt sich neuerdings steif wie ein Brett auf den Bauch, das Gesicht nach unten, die Arme eng an der Seite angelegt und „plankt“.

"Nicht sonderlich spektakulär!", denkt man da als Außenstehender möglicherweise, aber ganz so einfach ist Planking - so heißt die Aktivität -  wohl doch nicht. „Die Faszination liegt darin, an möglichst verrückten Orten zu planken“, sagt André. Das Objekt, auf dem geplankt wird, ist ausschlaggebend und entscheidend; außerdem muß vom Plank zu Dokumentationszwecken ein Foto gemacht werden.



Andrés Zeitvertreib ist ursprünglich als „The Lying Down Game“ bekannt und wurde angeblich 1997 von Jugendlichen aus Somerset, England zum ersten mal praktiziert. Im Laufe der Jahre suchten sich die Jugendlichen immer verrücktere Orte, an denen sie sich stocksteif hinlegten. Potenzielle Vorgänger der Jungs aus England gibt es beispielsweise auch aus New York, Frankreich und Korea.

Spätestens seit 2010 ist „The Lying Down Game“ auch unter dem Namen „Planking“ - vom englischen Wort für Brett, "plank" - bekannt. Der Sport (?) ist beliebt: rund 670 000 Anhänger hat die offizielle Planking-Facebookseite. Auch André Mergener kam über das Internet auf die Idee, Planking einmal selbst auszuprobieren: „Ich fand einfach lustig, dass man eigentlich nichts besonderes dafür können muss, aber gleichzeitig immer der Kick dabei ist, gerade wenn man an Orten plankt, an denen überhaupt nicht damit gerechnet wird“.



André hat nicht nur auf dem Augustinerplatz, sondern auch schon in der KaJo auf dem Münsterplatz und an anderen belebten Orten in Freiburg einen „Plank“ hingelegt. Die Reaktionen der Passanten seien dabei teilweise sehr amüsant. „Zuerst hat man schon ein bisschen Hemmungen, aber ich denk mir dann einfach „Augen zu und durch“, sagt André, „da wird die Minute, die man steif daliegt schnell zu einer gefühlten Stunde“. Kommentare von Passanten hört André immer wieder - einer wolllte ihm sogar einmal helfen, da er dachte, André gehe es nicht gut.

Beim Planking ist immer noch ein Freund von Andrés mit dabei, der die Fotos macht und die beste Perspektive sucht. „Klar, die Fotos gehören schon zum Planking dazu, da einfach wichtig ist, festzuhalten, wo man überall schon geplankt hat“, sagt André.

In Brisbane endete die Jagd nach einem guten Foto im Mai 2011 tödlich, als ein 20-jähriger vom Balkon im siebten Stock eines Hauses fiel. „Die Sicherheit geht trotz Foto immer vor“, macht André klar, „trotzdem lockt auch immer der Kick und das Verbotene. Mein Traumplankingort wäre beispielsweise bei einem Krahn auf der Spitze oder einem Funkturm“.

Bei der Suche nach einem passenden Ort für das Planking sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Auf der Facebookseite finden sich Bilder von Planks in Flugzeugen, auf Kamelen, in Supermärkten, auf dem Küchentisch, auf Bäumen - und auch„Massenplanking“. Auch André konnte sich dafür schon begeistern und hat mit einigen Leuten von Karls Fight Club (einer Kickboxing - Gruppe von 20 bis 30 Leuten) einen größeren Plank organisiert, bei dem sie sogar den fudder-Schriftzug hingelegt haben.



Planking Video

Quelle: YouTube
[youtube 6x6KxuVEjWo nolink]  

Mehr dazu:


Foto-Galerie: André Mergerner

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.