Ex-Furioso-Betreiber Frank Krieger ist tot

Bernhard Amelung & Daniel Laufer

Als Discjockey schrieb Frank Krieger Freiburger Techno-Geschichte, betrieb zuletzt das Furioso an der Eschholzstraße. An diesem Donnerstagmorgen ist er gestorben – im Alter von 45 Jahren.

Frank Krieger starb nach kurzer schwerer Krankheit. Der Freiburger Nachtmacher hinterlässt zwei erwachsene Söhne. Bis Ende Juni betrieb er das Furioso im historischen Haus "Zum Funkeneck". Rund 15 Jahre lang hatte seine Familie die Kneipe geführt.


Mit seinem Tod endet ein Kapitel Freiburger Techno-Geschichte. Unter dem Pseudonym DJ Beyond gehörte er neben dem ebenfalls bereits verstorbenen Holger Beck (Ark5) und Andreas Simon (Hofer66) zu den ersten Discjockeys, die den kalten, rohen Maschinensound auf Partys in der Region auflegten.



Sein Name war untrennbar mit der Bauküche verbunden, jenem Club, der sich von 1991 bis zu seiner Schließung im Jahr 1999 auf dem Gelände des heutigen Freiburger Stadtteils Vauban befand. Mit jener wilden, ungezügelten Do-it-yourself-Attitüde veranstaltete er auch Partys und erste Afterhours in Gasthöfen und Kneipen der Region, vom Markgräflerland bis in die Ortenau. So auch unzählige, oft nicht angemeldete Partys unter freiem Himmel, auf den Anhöhen des Schauinslands genauso wie in den Auwäldern entlang der Altrhein-Arme.

Starthelfer für viele Summer of Loves in Südbaden

Frank Krieger lebte Techno und war bis zuletzt ein Liebhaber und Förderer dieser Subkultur. Das zeigte er stets auch mit seiner offenen, bisweilen väterlich-fürsorglichen Haltung gegenüber jungen Discjockeys. So nahm er Ende der Neunzigerjahre zum Beispiel Matze Wetzel alias Eazy M, Veranstalter der Nachtasyl-Partys im Drifter's Club, für einige Monate bei sich auf, wurde ihm zum musikalischen Ziehvater.

Er engagierte sich für die Glashaus-Partys, die bis 2007 im Freiburger Stadtteil Lehen stattfanden. Ende der Nullerjahre, inzwischen Betreiber des Vereinsheims des SC Tiengen, öffnete er das Lokal für Partys des damals jungen Sinnestäuschung-Kollektivs. Wenn man so will, war er im Hintergrund der Starthelfer für viele Summer of Loves in Südbaden.