Es soll ein KLONG durch Freiburg gehen

Lorenz Bockisch

Am kommenden Montag beginnt in zwanzig Freiburger Schulen ein neuartiges musikalisches Projekt: Lautmalerisch KLONG genannt, soll in einer Woche samt großer Abschlussveranstaltung im Theater Schülern von der ersten bis zwölften Klasse Musik verschiedenster Art auf unterschiedlichsten Wegen nahegebracht werden. Das reicht von Klangworkshops über Besuche bei Intrumentenbauern bis zu Musik zum Schulessen.


"Erziehung der Sinne bringt den Zugang zur Welt und zur Bildung", umschreibt Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach blumig, was sich das Kulturamt der Stadt Freiburg, das Freiburger Theater und der Verein Mehrklang ausgedacht und auf die beine gestellt haben. Damit soll Schülern aller Schularten und Klassenstufen Musik nähergebracht werden.


Das geschieht in 23 Klassen in ganz Freiburg schon ab kommendem Montag. Profi-Tänzer und -Musiker nehmen sich der Klassen an und erarbeiten gemeinsam mit Ihnen Choreografien, betexten Lieder neu, machen Schlagzeug- und Trommelworkshops oder improvisieren mit Bass und Klarinette. "Vom Domkapellmeister bis zum Jamliner" sei alles dabei, so Kathrin Hintsch vom Kulturamt der Stadt, eine geistige Mutter dieses Festivals. Der Jamliner ist dabei ein Truck mit eingebautem Bandproberaum samt Tonstudio, der in dieser Woche vor der Turnseeschule (und am Samstag für alle erlebbar vorm Theater) steht und in dem vom Komponieren bis zur CD-Einspielung eine komplette Musikproduktion mitgemacht werden kann.

Außerhalb der Schulklassen gibt es auch für andere Schüler viele Angebote. An der Vigeliusschule und am Wentzinger-Gymnasium spielen Musikhochschüler vor und nach dem Essen zu Lunch-Konzerten auf. Am Theater gibt es einen nachmittäglichen Tanzworkshop, oder man kann Klavier-Hochschülern und dem SWR-Sinfonieorchester beim Proben belauschen. Nach vorheriger Anmeldung ist das für Schüler kostenlos.

Gipfeln wird dieses erste Schüler-Musikfestival Klong am Samstag, 17. Juli 2010, in einem Projekttag im Stadttheater. Hier wird all das vorgestellt, was in den einzelnen Klassen unter der Woche erarbeitet wurde. Freunde, Familien und alle Freiburger sind außerdem zu verschiedenen weiteren Projekten und Workshops eingeladen: Von Instrumenten über Rap bis Obertongesang kann vieles ausprobiert werden, es gibt Konzerte und als Finale die letzte Vorstellung der HipHop-Oper "Der Rap des Nibelungen". Danach wird "gefeiert bis der Vorhang fällt."

Finanziert wird dieser ganz andere Musikunterricht hauptsächlich durch die Kulturstiftung des Bundes, die über die Stadt Freiburg und Mehrklang Gesellschaft für Neue Musik e.V. den größten Teil der veranschlagten 39.000 € übernimmt. Dennoch soll Klong kein Ersatz sein für den Musikunterricht: "Es ist nicht unsere Aufgabe das in einer Woche aufzufüllen, was im ganzen Schuljahr fehlt", so Kathrin Hintsch. Dennoch: "Das ist nicht als Eintagsfliege konzipiert", ergänzt der Kulturbürgermeister, "unsere Erfahrungen werden in die Planung fürs nächste Jahr mit einfließen," so Ulrich von Kirchbach. Eine Verbindung dieser Veranstaltung mit einer möglichen Bewerbung Freiburgs als Kulturhauptstadt Europas schließt er dabei nicht aus.

Was: Schüler-Musikfestival Klong

Wann: 12.–17. Juli 2010, Abschlussfest am 17. Juli 2010 ab 11 Uhr

Wo: 20 Freiburger Schulen; Abschlussfest im Stadttheater am Platz der alten Synagoge

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