Ertrinken ohne Wasser

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass es einen menschlichen Reflex gibt, der die Lunge vor dem Eindringen von Wasser schützt? Wenn Wasser in die Atemwege gerät, spannen sich die Stimmlippen im Kehlkopf krampfartig an, damit kein Tröpfchen in das so sensible Atemorgan vordringen kann.

Normalerweise löst sich dieser Krampf nach spätestens einer halben Minute wieder, damit der Betroffene wieder atmen kann. Wenn das noch unter Wasser passiert, ertrinkt man ganz gewöhnlich. Passiert es an Land, so ist dieser Reflex für die Wiederbelebung sehr hilfreich, da die Lunge nicht durch hereingeströmtes Wasser geschädigt wurde und schneller wieder Sauerstoff aufnehmen kann.


Es kann allerdings auch dazu kommen, dass sich dieser Krampf der Stimmlippen nicht mehr löst. Egal, ob man sich dann noch unter Wasser befindet oder schon an den nächsten Strand gespült wurde, erstickt man unweigerlich wegen der verschlossenen Atemwege, sofern keine professionelle Hilfe naht -ein trockenes Ertrinken.

Auch bei Tauchern kann diese Verkrampfung zu schweren inneren Verletzungen führen. Die Luft dehnt sich beim Auftauchen in der Lunge aus, kann aber nicht entweichen. Das kann zu einem Lungenriss führen.