Erster Freiburger Jugendgipfel "Move it": Einmischen leicht gemacht

Meike Riebau

Klimagipfel, Wirtschaftsgipfel, Krisengipfel; das Wort Gipfel hat meist mit Problemen zu tun. Da bildet der erste Freiburger Jugendgipfel eine löbliche Ausnahme. Von Konzerten über Sport- und Tanzworkshops bis hin zu Podiumsdiskussionen soll es einen Tag lang nur um Themen gehen, die Jugendliche betreffen. Der 17-jährige Mitorganisator Jonas Harzer hat fudder-Autorin Meike erzählt, was man erwarten kann.



Um was geht es beim Jugendgipfel?

Unter dem Motto 'Move it - Die Zukunft ist unser Ding' bieten wir einen Tag lang ein Riesenprogramm für alle Freiburger Jugendlichen von zwölf bis 18. Wir haben Workshops über Beatboxing, Tanz oder Bouldern, Diskussionsrunden zum Thema Magersucht, Jugendgewalt oder Rechtsextremismus und auch ganz entspannte Sachen wie Konzerte und Kickerturniere. Es ist echt für jeden was dabei. Abends gibt es natürlich auch noch eine Party.

Warum habt ihr so ein Großereignis organisiert?

Das Ganze steht ein bisschen unter dem Motto 'Einmischen - aber wie?'. Viele Jugendliche denken ja häufig, sie könnten selbst gar nichts ändern an den Umständen, in denen sie leben. Bei dem Jugendgipfel wollen wir ihnen zeigen, dass es gar nicht so schwer ist. Ich wusste früher selbst nicht, wie leicht es ist, was zu machen, dass Greenpeace zum Beispiel auch Jugendteams hat und aus mehr als den Leuten besteht, die Tanker kapern und Sitzblockaden machen. Oder das Freiraum-Projekt in der Vauban. Deshalb war auch ein Mottovorschlag 'FUCK- Freiburg Unsere City Kann (mehr)'. Das war uns dann aber doch etwas zu krass.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Das Ganze fing damit an, dass eine unserer Lehrerinnen der Staudinger-Gesamtschule uns letztes Jahr in der 10. Klasse in unserem Sozialkunde-Unterricht angesprochen hat. Ursprünglich stammt die Idee aber vom Freiburger Jugendbüro, die haben verschiedene Schulen angeschrieben, und wir fanden das Projekt gleich gut. In Berlin und anderen Städten haben auch schon Jugendgipfel stattgefunden; mit großem Erfolg. Wir haben ewig über den richtigen Namen und Inhalt diskutiert, und zwischenzeitlich waren wir auch echt pessimistisch und haben gedacht, dass sowieso keiner kommen wird.

Wie ist die Stimmung jetzt?

Nervös, aber gut. Ich glaube, wir sind echt alle ein bisschen stolz auf uns, dass wir das wirklich alles alleine so hinbekommen haben.

Das heißt, ihr habt das wirklich nur mit einem einzigen Schulkurs organisiert?

Genau, eben der Sozialkundekurs, das sind etwa 30 Leute. Wir hatten natürlich Hilfe, unsere Lehrerin und die Leute vom Jugendbüro waren als Betreuer immer dabei und ansprechbar. Aber eigentlich haben wir uns hingesetzt und überlegt, was könnte man machen, wer kennt jemanden, der helfen kann, und vor allem: was interessiert uns selbst? Und daraus entstand dann allmählich das Programm. Jeder im Kurs hatte seinen Aufgabenbereich, so dass das Ganze allen echt am Herzen liegt, alle haben ihre Freizeit dafür geopfert.

Wie viele Teilnehmer erwartet ihr?

Das ist so schwer zu sagen, weil man sich ja nicht anmelden muss um teilzunehmen. Wir würden uns freuen, wenn so zwischen 500 und 800 Leute kommen. Wir haben versucht, so viel Werbung wie möglich zu machen, aber man weiß ja nie, ob das an den Schulen weitergegeben wurde. Außerdem sollen die Leute ja auch von sich aus kommen, weil sie Lust darauf haben, und nicht, weil ihr Lehrer sie dahingeschleppt hat. Es ist echt schwer einzuschätzen. Das haben wir bei der Essensplanung gemerkt: Entweder bleiben wir auf allen Würstchen sitzen oder wir haben zu wenige. Zu wenige wäre natürlich besser. (lacht)

Was ist dein persönliches Highlight auf dem Gipfel?

Schwer zu sagen, weil es so viele tolle Sachen gibt. Aber ich glaub', mein Highlight ist das Konzert von Lingua Loca, wahrscheinlich, weil ich mit denen Kontakt aufgenommen hatte und das alles bissel organisiert habe. Aber da freu' ich mich auch echt schon drauf, ich hoffe, ich kann mir das in Ruhe ansehen und muss nicht hinter den Kuslissen rumspringen!

Mehr dazu:


Was:
1. Freiburger Jugendgipfel - 'Move It Die Zukunft ist unser Ding' für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren
Wann: Freitag, 6. März 2009, 12:30 bis 24 Uhr
Wo: Haus der Jugend, Uhlandstraße 2 (Wiehre)
Eintritt: Tagsüber frei, Party (12-14 Jahre) 3 Euro