Mutmaßliche Gruppenvergewaltigung

Ermittlungsverfahren gegen zwölften Tatverdächtigen im Hans-Bunte-Fall eingestellt

BZ-Redaktion & Bernhard Amelung

Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat im Hans-Bunte-Fall die Ermittlungen gegen einen 33 Jahre alten Deutschen eingestellt. Der Verdacht der Vergewaltigung hat sich nicht bestätigt.

Die staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen gegen einen 33 Jahre alten Deutschen im Fall der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung auf dem Hans-Bunte-Areal sind beendet. "Die Ermittlungen wurden eingestellt", sagte Martina Wilke, Erste Staatsanwältin und Sprecherin der Staatsanwaltschaft Freiburg, auf BZ-Anfrage.


Seit April prüfte die Strafverfolgungsbehörde den Tatvorwurf der Vergewaltigung und unterlassenen Hilfeleistung an einer 18 Jahre alten Studentin. Festgenommen hatte die Polizei in diesem Zusammenhang elf Tatverdächtige. Der 33 Jahre alte Mann war der Zwölfte. Festgenommen hatte ihn die Polizei am 3. April 2019. Die Staatsanwaltschaft Freiburg hatte Haftbefehl beantragt, der allerdings nicht vollzogen worden war.

Der Mann sollte an der Tat am 14. Oktober vergangenen Jahres beteiligt gewesen sein. Die Kriminalpolizei hatte DNA-Spuren auslesen können, die zu einer Probe passten, die zuvor von dem Mann erhoben worden war. Auf seine Spur waren die Fahnder über weitere Spurenauswertungen durch Kriminaltechniker des Landeskriminalamtes gekommen.

Das Ergebnis der abschließenden Auswertung der Spuren reiche jedoch nicht, um den Tatverdacht der Vergewaltigung und unterlassenen Hilfeleistung hinreichend zu begründen und Anklage zu erheben, so Wilke.

Die Qualität des DNA-Materials war nicht gut genug

Ausgeweitet wurden DNA-Spuren mit unterschiedlichen Spurenanteilsmengen, sogenannte Mischspuren. "Um den Tatverdacht zu begründen, kommt es dabei auf die Qualität des DNA-Materials an. In diesem Fall war sie nicht gut genug", so Wilke. Zusätzliches Beweismaterial liege gegen den Mann nicht vor.

Ob weitere mögliche Spurenverursacher in Betracht kommen, gibt die Staatsanwaltschaft Freiburg aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt. Immer noch wird nach einem weiteren mutmaßlichen Tatverdächtigen gefahndet. Von ihm liegt der Kriminalpolizei bisher nur ein Phantombild vor.

Das Hauptverfahren wird Ende Juni eröffnet

Das Hauptverfahren im Fall der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in einem Freiburger Club soll am 26. Juni eröffnet werden. Gegen elf Angeklagte seien die Anklagen zugelassen worden, so das Freiburger Landgericht in einer Pressemitteilung. Verhandelt wird vor der Jugendkammer. Angesetzt sind 27 Verhandlungstage.

Insgesamt hat die Jugendkammer 47 Zeugen und fünf – drei psychiatrische und zwei rechts-medizinische – Sachverständige geladen.

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