Einmal quer durch und zurück

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, was passiert, wenn man in ein Loch fällt, das durch die ganze Erde geht? Zugegeben ist das eine sehr hypothetische Situation, denn in dem einerseits unbezahlbaren und andererseits technisch nicht verwirklichbaren Loch würde es nach wenigen der über 12.700 Kilometer Tiefe sehr heiß werden. Aber theoretisch ist das durchaus vorstellbar.

Neben der Hitze sei hier auch vernachlässigt, dass das Erdinnere größtenteils flüssig ist und so ein Tunnel sich nicht halten könnte. Trotzdem soll die Jules Verne'sche Reise zum Mittelpunkt der Erde hier mal durchgespielt werden, und das mit der über 350 Jahren alten Erkenntnis von Isaac Newton, dass zwei Körper sich anziehen, abhängig von ihrem Gewicht und ihrer Entfernung.


Und um Newton nicht weiter zu bemühen, nehmen wir eine Birne und werfen sie in das Loch, das vom Nordpol zum Südpol reicht. Erde und Birne ziehen einander an, und die Birne fällt weiter, so lange noch mehr Erde unter der Frucht ist als darüber. Das geht bis zum Mittelpunkt so weiter. Dort sind die Anziehungskräfte in beide Richtungen gleich, doch die Birne hat ja noch Schwung.

Wie weit dieser sie bringt, hängt davon ab, ob unser theoretisches Loch ein Vakuum enthält oder ob es mit bremsender Luft gefüllt ist. Im Vakuum würde der Schwung so weit reichen, dass die Birne noch kurz am Südpol herausguckt, um dann wieder zurück gezogen zu werden. Wenn das Loch aber nicht luftleer ist, bremst die Luft unterwegs so stark, dass es die Frucht nicht mal bis zum Erdmantel der anderen Seite schaffen würde. Sie würde sich nach einer Weile in der Mitte einpendeln.