Ein Online-Shop aus dem Schwarzwald verkaufte Echsenpenisse als "spirituelles Energieobjekt"

Felix Klingel

Das Regierungspräsidium Freiburg hat einen spirituellen Online-Shop aus dem Schwarzwald kontrolliert und dort die Penisse von Waranen gefunden – angepriesen als pflanzliche Energieobjekte. Die Warane stehen seit langer Zeit unter Artenschutz.

Stolze 470 Euro sollte einer der getrocknete Penisse kosten. Der Shop verkaufte die Geschlechtsorgane als kraftvolle Pflanzenwurzel. Sie sollen so aussehen wie zwei Hände, die zum Gebet gefaltet sind. Die angebliche Wurzel soll gegen Geister wirken, bei Prüfungen und Interviews helfen und vor Unfällen schützen – damit sei sie auch gut geeignet für unterwegs. Ob die potentiellen Käufer wohl wussten, dass sie dann einen Waranenpenis mit sich herumtragen würden?


Noch obskurer sind die Methoden, um die "Wurzel" zu aktivieren. Erst soll man sie mit Gangeswasser waschen (an einem Sonntag!) und dann auf ein neues rotes Tuch legen. Danach kommt sie für fast einen Monat in Senföl – um sie an einem Tag mit vorherigem Voll- oder Neumond wieder herauszuholen. Dann reiche aber auch schon das alleinige Anschauen, um etwas von der Kraft der "Wurzel" zu spüren.

Ein Sachverständiger prüfte die "Wurzel"

Das klingt für Außenstehende erst einmal lustig. Weniger belustigt war allerdings das Bundesamt für Naturschutz, das den Artikel entdeckte. Das Amt gab dem Regierungspräsidium Freiburg einen Hinweis auf den Shop im Schwarzwald. Nach einem Besuch stellte das Präsidium die "Wurzeln" sicher und ließ sie untersuchen. Ein Sachverständiger bestätigte: Es handelt sich um ein getrocknetes Geschlechtsorgan eines männlichen Warans.

Der Penis stammt von einem Bengalwaranen, einer Art, die seit 1975 in der höchsten Schutzstufe des Washingtoner Artenschutzübereinkommens steht. Der Import solcher Tiere ist streng reguliert, unter anderem ist er nur dann erlaubt, wenn der Zweck der Einfuhr nicht diametral gegenüber dem Überleben der Spezies steht.

Bei Verstößen gegen das Artenschutzrecht sieht das Bundesnaturschutzgesetz Geldstrafen vor – in besonders schweren Fällen auch Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren.