Ein kaltes Eisen

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, was das Geheimnis so mancher Mineralwassersorten ist? Neben vielen besonderen Eigenschaften, die dem sprudelnden Nass auf dem Etikett zugeschrieben werden, findet sich auch oft das kleine Wörtchen "enteisent". Doch mit so einem Tafelwasser kann man dem Körper weder Eisen noch Eis entziehen.

Mineralwässer müssen in Deutschland in dem Zustand belassen werden, in dem sie aus der Quelle kommen. Die geologischen Eigenschaften, die das Wasser auf dem sickernden Weg durch das Erdreich aufgenommen hat, dürfen nur an drei Stellen verändert werden: Der Zusatz von Kohlensäure ist erlaubt, ebenso wie das Herausfiltern von Schwefelverbindungen und Eisen.


Das Missverständnis, dass "enteisent" so viel heißt wie "entzieht Eisen" liegt an der Verwechslung mit dem wirklichen Partizip Präsens Aktiv "enteisend" oder, um eine weitere Verwechslung mit gefrorenem Wasser zu vermeiden, "enteisenend". "Enteisent" ist genauso ein Wort wie "entsalzt" oder "entkupfert", beschreibt also einen Zustand, in dem sich das Wasser befindet.

Dass man dem Wasser das Eisen entzieht, hat vor allem geschmackliche und ästhetische Gründe: Zum einen kann bei sehr viel Eisen das Mineralwasser eben nach Eisen (also gewissermaßen wie Blut) schmecken. Zum anderen kann es passieren, dass das Metall beim Zusammentreffen mit Luftsauerstoff oxidiert und in bräunlichen Partikeln ausflockt. So ein Wasser kauft dann keiner mehr.