Dutt: "Ich kann die schlechte Laune ja nicht an Ihnen auslassen!"

David Weigend

Heute Mittag standen einige Fragen im Presseraum des SC Freiburg: Wie bewertet der Trainer die indiskutable Leistung seiner Mannschaft beim 0:5 in St. Pauli? Welche Reaktion haben die Spieler in den vergangenen Tagen gezeigt? Warum soll ausgerechnet gegen Jena alles anders werden? Ein paar Antworten.



Jäger am Knie verletzt

Wenn es nach Dutt gegangen wäre, hätte die heutige Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den FC Carl Zeiss Jena (Sonntag, 13. April, 14 Uhr) eine Minute gedauert. Der Trainer gab die Ausfälle bekannt: "Aogo gesperrt, Mesic fällt zu 100 Prozent aus, Jäger zu 90 Prozent", dann sagte er, das sei alles, was er zu sagen habe, er warte auf die Fragen der Journalisten.

Gereizt, Herr Dutt?

Ob er gereizt sei, wollte einer von denen wissen. Dutt sagte: "Selbst wenn's so wäre, ich kann meine schlechte Laune ja nicht an Ihnen auslassen." Natürlich kam die Sprache dann schnell auf das missratene Paulispiel. Dutt findet, dass die Kritik von Fans und Medien in den vergangenen Tagen zum größten Teil berechtigt gewesen sei. "Es gibt bestimmte Spiele, da merkt der Trainer schon vor dem 0:1, dass da irgendwas schief läuft. Am Sonntag, das war so ein Spiel. Ich will hier am Tisch jetzt nicht die großen Sprüche machen. Die Mannschaft hat unter der Woche konzentriert trainiert."

Viele kritisieren die Wehrlosigkeit, mit der der SC die Niederlage zuließ. Das will Dutt nicht gelten lassen: "Es wäre zu einfach zu sagen, das Spiel sei an der Frage des Willens gescheitert." Die Ursachen des 0:5 seien komplexer gewesen. Eine Teilschuld nimmt Dutt auf die eigene Kappe: "Die Strategie und die Aufstellung kamen ja von mir."

Andreas WER?

Im Zusammenhang mit der Aufstellung wurde der von vielen unerwartete Einsatz Andreas Glockners thematisiert. Dass dieser in der vergangenen Woche so stark kritisiert wurde, hat den Trainer sehr geärgert. "Natürlich hatten wir ihn auf dem Zettel und die Mitspieler wussten das. Ausschlaggebend war seine Leistung beim Training und in der zweiten Mannschaft. Außerdem kam ihm der Trainingsrückstand von Karim Matmour zugute. Wir haben Andreas, der ja erst 18 ist und dazu gerade Abitur macht, am Freitag mit seinem Vater zum Gespräch gebeten um festzustellen, ob er sich das Spiel vom Kopf her zutraut."

Die Antwort sei zu 100 Prozent positiv gewesen. Man könne das Paulispiel zerreißen, aber man müsse dann auch den Vorwurf fallen lassen, der Ausbildungsverein Freiburg integriere den Nachwuchs nicht. Dass dies selbst in Kaltwassersituationen klappen kann, habe ja Eke Uzoma bewiesen.



Steigerungsfähig

Man sprach dann über die Neuzugänge, insbesondere über Mo Idrissou, der den SC immer noch nicht so verstärkt, wie man sich das wünschen würde. Dutt lobt Idrissous Defensivverhalten auf der linken Seite, sagt aber andererseits, dass Akrout im Sturmzentrum bisher die besseren Leistungen gezeigt hätte. Dennoch sei es zu früh, von einem Fehlgriff zu sprechen.

Und der Aufstieg? Dutt möchte über dieses Thema nicht sprechen. Er sagt nur: "Wir haben unsere Ziele nach dem 0-5 in keiner Weise geändert. Es ging für mich diese Woche in erster Linie darum, die Niedergeschlagenheit der Spieler aus den Köpfen zu kriegen und in Willensstärke umzuwandeln."

Eine Maßnahme dafür waren die vorverlegten Trainingszeiten um 7.30 Uhr. "Ein Straftraining war das für mich nicht. Es ging mir darum, die Konzentration bei allen zu erhöhen. Nur ein Spieler kam an einem Morgen zu spät."

Zum Schluss kamen dann noch zwei Dutt-PK-Standards: Keinen Muck über die Aufstellung und Warnung vor der Stärke des Gegners. Die Journalisten als Ratefüchse und der "Kann-sein-kann-aber-auch-nicht-sein-Sprech" von Dutt, das gehört mittlerweile zum heiteren Wochenausklang an der Dreisam. Das einzig Verbindliche aus dem Mund des Trainers war: "Nach dem letzten Spiel hätte im Grunde niemand die Berechtigung, am Sonntag aufzulaufen, bis auf Krmas und Glockner vielleicht."