Dreisam-Anbaden zerstörte ein Laichgebiet von Bachforellen

Felix Klingel

Das diesjährige Dreisam-Anbaden für Weltfrieden und Naturschutz beschädigte ein Laichgebiet von Bachforellen. Das berichten Fischer und der Fischereiverband. Die Organisatoren des Anbadens wussten nichts von der Laichzeit.

Das Anbaden in der Dreisam am vergangenen Freitag fand in einem Bereich statt, in dem die Bachforelle gerade ihre Eier ablegte. Der Landesfischereiverband hat einige Wochen vor dem Anbaden dort zum ersten Mal große Laichgruben entdeckt. "Wenn man durch eine Laichgrube läuft, zertritt man sie natürlich und die Eier gehen kaputt", sagt Franz Bühler, 1. Vorsitzender des Angelsportvereins Freiburg (ASV). Besonders unglücklich erscheint da der Anlass des Anbadens: "für Weltfrieden und Naturschutz".


Der ASV hat das Dreisamstück gepachtet und macht dort ein groß angelegtes Bachforellenprojekt. Jährlich setzen sie über 50.000 kleine Forellen in der Dreisam aus, die sich im Zuge der Renaturierung dort wieder ansiedeln sollen. Die Bachforelle laicht von Oktober bis Ende Januar. "Wir unterstellen keine bösen Absichten, sondern wollen einfach informieren und aufklären, das man da aufpassen muss", sagt Bühler. Das Bachforellenprojekt sei nicht gefährdet und es gebe entlang der Dreisam noch andere Laichgebiete.

Organisatoren wussten nichts von der Laichzeit

Die Organisatoren des Anbadens haben nach eigenen Angaben nichts von der Laichzeit gewusst: "Darüber haben wir gar nicht nachgedacht", sagt Robert Leichter, der das Anbaden mitorganisiert hat. "Wir waren auch überrascht, wie viele Leute dieses Jahr da waren." Etwa 50 Menschen stürzten sich in die eisige Dreisam. "Das ist blöd gelaufen, aber wir hatten keine Informationen, dass es nicht erlaubt ist", sagt Leichter.

Ob und wie das Anbaden im nächsten Jahr wieder stattfindet, ist noch unklar. Die Organisatoren wollen nun mit den Fischern Kontakt aufnehmen. Die sprechen sich nicht generell gegen die Aktion aus, wünschen sich aber eine Absprache: "Ich würde es nicht in der Laichzeit machen oder wenn, dann an einer anderen Stelle", sagt Thorsten Tisarzik von der Interessengemeinschaft Dreisam (IG Dreisam), in der alle Fischereivereine entlang der Dreisam Mitglied sind. Die IG Dreisam hat auf ihrer Facebookseite mit einem längeren Text auf das Problem aufmerksam gemacht:



Außerdem weist der ASV darauf hin, dass das Baden in der Dreisam – auch im Sommer – immer eine Belastung für die Tiere des Flusses ist. "Man sieht oft nicht, was alles kaputt gehen kann, weil es unter dem Wasser oder unter Steinen ist", sagt Franz Bühler.

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