Von Südafrika bis Uganda

Drei Freiburger wollen durch Afrika radeln und dabei Spenden sammeln

Anika Maldacker

Sie wollen Fahrradfahren und damit für eine ugandische Schule Spenden sammeln: Am Mittwoch brechen drei Freiburger nach Kapstadt auf, um von dort bis nach Uganda zu radeln. In drei Monaten wollen sie mehr als 6.000 Kilometer schaffen.

Sponsorenläufe als Spendenzweck kennen die jungen Männer schon aus ihrer Schulzeit am Droste-Hülshoff-Gymnasium in Freiburg, jetzt wollen sie ihr eigenes Ding auf die Beine stellen. Es soll ein Abenteuer für Anton Köplin (20), Kenneth Dumevi (19) und Jacob Fach (19) sein. Am Mittwoch beginnt es. Dann werden die Drei ins Flugzeug nach Kapstadt steigen. Von dort wollen die Freiburger mit dem Fahrrad durch den Süden Afrikas fahren. Ihr Ziel liegt in Uganda: das kleine Dorf Makondo, einige Kilometer neben dem Victoriasee.


Den Namen des Dorfs kennen Anton, Kenneth und Jacob schon seit Jahren. Vor Ort waren sie aber noch nicht. Die weiterführende St. Denis School im ugandischen Makondo ist die Partnerschule des Freiburger Droste-Gymnasiums. In Herdern wird seit mehr als fünfzehn Jahren bei verschiedenen Anlässen für die Schule gesammelt und gespendet, wie beim Weihnachtsbasar oder verschiedenen Spendenläufen. Nun wollen die drei ehemaligen Droste-Schüler zwei Dinge verbinden: Durch Afrika reisen und dabei Spenden für die Partnerschule des Droste sammeln. 150 Euro kostet der Schulbesuch pro Jahr für einen Schüler oder eine Schülerin in Makondo. Für Aids-Waisen gebe es einen eigenen Spendentopf. "Afrika ist ein Kontinent, von dem man oft keine Vorstellung hat", sagt Jacob, "daher wollen wir den Kontinent kennenlernen".

Räder montieren – und los geht’s

Ihr Plan sieht so aus: An diesem Mittwochabend fliegen die drei Jungs, die sich alle schon fast zehn Jahre kennen, in die südafrikanische Stadt Kapstadt. Ihre Fahrräder sind in Kartons verpackt und zum Teil zerlegt. "Als erstes wollen wir in Kapstadt die Räder zusammen montieren", sagt Anton. In der Stadt wollen sie eine Nacht bei einer Bekannten bleiben. Dann soll die große Tour losgehen. Durch Südafrika, über Namibia, Botsuana, Simbabwe, Sambia, Tansania, Burundi und Ruanda solle es nach Uganda gehen. Ihre Eltern sind nur zum Teil glücklich mit dem Vorhaben.
Update:

Die drei Freiburger sind gut in Südafrika angekommen und haben ihre Tour begonnen. Hier gibt’s ihre erste Podcast-Folge zu hören.


Die Strecke ist mit ihren mehr als 6.000 Kilometern sportlich. Denn am 23. Dezember geht der Rückflug aus der ugandischen Hauptstadt Kampala, bis Weihnachten wollen die Freiburger wieder in der Heimat sein. "Unser Ziel ist, 100 Kilometer pro Tag zu fahren", sagt Kenneth. 80 Kilometer am Tag müssen sie fahren, um ihr Ziel zu erreichen. "Wir wollen eigentlich keine Pausen machen, sondern jeden Tag fahren", sagt Anton, "dabei sieht man ja auch viel von der Umgebung". Aber – das ist ihnen auch klar – es könne natürlich Unvorhersehbares eintreffen, wie Krankheit oder Fahrradschäden. Damit wollen die Drei dann vor Ort fertig werden. Mit Impfungen und einer Reiserücktrittsversicherung haben sie sich gerüstet.

Zwei Wüsten und ein Zelt

Auf ihrer Website können Familie, Freunde und Bekannte die Reise verfolgen – und spenden. "Die Spenden gehen zu 100 Prozent an die Schule in Uganda", sagt Anton. Ihre Reise finanzieren die Freunde durch Gespartes aus verschiedenen Jobs. Auch einen Podcast wollen die Jungs von unterwegs auf Spotify veröffentlichen. Anton, Kenneth und Jacob wollen bei ihrer Reise so einfach wie möglich leben. "Wir haben ein Zelt dabei und wollen wenn möglich meistens campen", sagt Jacob.

Viel informiert haben sie sich im Vorfeld nicht, erst seit anderthalb Monaten planen sie ihre Reise. "Wir werden vor Ort auf unser Gefühl hören und dort die Sicherheitslage bewerten, aber wir haben schon darauf geachtet, dass die Länder, die wir bereisen, sicher sind", sagt Anton. Zwei Wüsten wollen sie durchradeln: die Namib- und die Kalahari-Wüste. Mit 25 Litern Wasser Minimum wollen sie stets ausgestattet sein. "Wir haben auch Wasserfilter dabei, sodass wir uns aus Flüssen und Seen versorgen können", sagt Jakob.

"Ich möchte aus dieser Erfahrung etwas bodenständiger herausgehen." Kenneth

Wieso stürzen sich die Drei in dieses Abenteuer? "Ich sehe das nicht als Selbstfindungstrip, sondern will einfach gern mit zwei Menschen, die ich mag eine Herausforderung erleben, aber auch Spaß haben", sagt Anton. "Ich möchte aus dieser Erfahrung etwas bodenständiger herausgehen", erklärt Kenneth seine Motivation. "Ich hoffe, dass wir viele Erfahrungen sammeln und immer eine Lösung auf alle Schwierigkeiten finden werden", sagt Jacob.