Drei Fragen an …die Herausgeberin der bilingualen Literaturzeitschrift "The Freiburg Review"

Christina Braun

"The Freiburg Review": Literatur aus Freiburg – und das auch noch zweisprachig. Wer schreibt, kann seine Beiträge einschicken. Seit zwei Jahren funktioniert die Zeitschrift nach diesem Prinzip. Das Thema der aktuellen Ausgabe: Migration.

Vor kurzem ist die vierte Ausgabe der bilingualen Literaturzeitschrift "The Freiburg Review" mit dem Thema Migration erschienen. 150 Einsendungen haben Herausgeberin Sophie Mathieu und ihr vierköpfiges Team bekommen. Schließlich haben es 20 Beiträge ins Heft geschafft. Das ergibt etwa 60 Seiten lokale Kunst und Literatur.


Vor zwei Jahren gründen einige Masterstudenten des Studiengangs "English Literatures and Literary Theory" die Zeitschrift. Die Idee: Eine zweisprachige und regionale Plattform für Literatur in und über Freiburg.

Immer zum Ende eines Semesters erscheint eine neue Ausgabe mit englischen und deutschen Texten von Kreativen aus Freiburg und Umgebung. Das Team um Sophie Mathieu nimmt auch zum Wintersemester wieder Beiträge an. Das können neben Literatur auch Zeichnungen, Fotos und Bildergeschichten sein. Mittlerweile gibt es auch jeden Monat Lesungen der Autorinnen und Autoren von "The Freiburg Review" in der Bar Erika. Drei Fragen an … Sophie Mathieu:

Wie kamt ihr auf die Idee eine bilinguale Literaturzeitschrift herauszugeben?

Wir hatten einfach das Bedürfnis Texte rauszubringen und wollten eine Plattform für Künstler und Schreibende in Freiburg schaffen. Die gab es nämlich so noch nicht. Also haben wir gedacht: Machen wir’s selbst!

Bilingual ist die Zeitschrift, weil wir zum einen selbst eine Multikulti-Gruppe sind. Außerdem ist Freiburg durch die vielen Studenten sehr international. Englisch kann da Türen öffnen.

Wen wollt ihr mit "The Freiburg Review" erreichen?

Alle - egal woher die Leute kommen und welche beruflichen oder kulturellen Hintergründe sie haben. Als studentische Gruppe erreichen wir momentan aber hauptsächlich nur Studenten. Das wollen wir ändern. Für unsere Ausgabe zum Sommersemester waren wir mit einer Malaktion bei einem Willkommensfest für Flüchtlinge von der Organisation Zusammen leben dabei. Danach haben wir auch Einsendungen von älteren Leuten bekommen. Eine Geschichte über Auschwitz hat es ins aktuelle Heft geschafft.

Was braucht ein Text um in eurer Zeitschrift veröffentlicht zu werden?

Das ist eine schwierige Frage. Die Texte sollen vor allem anregen. Inhaltlich lassen wir da viel Freiheit. Der Text sollte sprachlich so poliert wie möglich sein. Literarische Qualität ist uns wichtig. Wir bekommen oft Texte, bei denen der Inhalt passt, aber die Sprache noch nicht. Am Ende beurteilt das ganze Team, welche Texte es reinschaffen. Meistens gibt es zehn Texte, bei denen wir uns sicher sind und dann noch einige über die wir länger diskutieren müssen. Wir haben eben auch unterschiedliche Geschmäcker in der Gruppe.
  • "Call for submissions": Das ganze Semester können Beiträge in Form von Kurzgeschichten, Gedichten, Comics, Bildergeschichten, Fotografien und Zeichnungen eingeschickt werden.
  • Die aktuelle "The Freiburg Review" gibt’s für sechs Euro in der Buchhandlung Walthari, Jos Fritz und im Antiquariat Thomas Nonnenmacher.
  • Gruselig wird’s am 26.10.2016 zum Halloweenspecial "Candlelight Reading" mit englischen und deutschen Schauergeschichten um 20 Uhr in der Bar Erika.