Doonited: Ein Social Network für gute Taten

Julian Schwizler

Tue Gutes und rede darüber: Die Website "Doonited" will Social Responsibilty mit Social Networking verbinden und fordert von ihren Nutzern täglich eine gute Tat. Doch braucht man zur Erinnerung an sein soziales Gewissen wirklich eine Website? Ein Selbstversuch.



"Schenke einem Obachlosen etwas warmes zu trinken." Gesagt getan. Mit einem heißen Kaffee bewaffnet geht es morgens hinein in die kalte Innenstadt Freiburgs. Nicht lange und ein Proband für meine Aufgabe ist gefunden. Etwas irritiert schaut er den ihm entgegengestreckten Becher an. Als ich ihn auffordere, das Getränk doch anzunehmen, greift er beherzt zu. Er lächelt mich an und nuschelt ein "Danke".


Die Idee kam mir beim Bummel durch die Innenstadt und dem Anblick der frierenden Menschen zwar schon mal in den Sinn. Dass ich sie aber tatsächlich umgesetzt habe, ist Doonited geschuldet. Die Community versteht sich selbst als Inspirationsquelle für ihre Nutzer und legt ihnen täglich nahe, etwas Gutes zu tun, die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen oder einen nachhaltigen Wandel zu bewirken.

Jeden Tag wird den Nutzern ein 'DailyGood' nahegelegt. Mal ist das einfach umzusetzen, mal etwas schwieriger. Die Macher der Website sind davon überzeugt, dass gutes Tun direkt vor der eigenen Haustüre beginnt: "Im Gegensatz zu anderen Projekten geht es nicht um Spenden, sondern ganz konkret um die eigenen Taten." Die Community will ihre Mitglieder motivieren und ihnen das Gefühl verschaffen, Teil einer Bewegung der guten Taten zu sein. Oliver Stark, einer der vier Initiatoren, beschreibt die Kernbotschaft von Doonited wie folgt: "Schon morgen wartet eine neue gute Tat darauf erledigt zu werden!"

Im April 2011 gegründet, zählt die Website heute 1.350 Mitglieder und 5.000 Facebook-Freunde: Mehr als 22.000 gute Taten - so genannte 'Drops' - gehen nun schon auf das Konto der Dooniter. "Lade jemandem zu einem Kaffee ein", "Bringe einen fremden Menschen zum Lächeln" oder "Wünsche allen deinen Kollegen einen tollen Montag". Das alles erscheint auf den ersten Blick nicht weltbewegend und ist für viele sicher ohnehin ein selbstverständlicher Bestandteil ihres Alltags. Für andere kann die Anregung über Doonited vielleicht der berühmte Tritt in den Hintern sein, mal wieder einem anderen Menschen etwas Gutes zu tun. Schöner Nebeneffekt: nach einer guten Tat geht es einem selbst auch besser.

Der Obdachlose hier in Freiburg, dem ich das warme Getränkt geschenkt habe, hat sich auf jeden Fall gefreut - und laut Doonited mit ihm noch 93 weitere Menschen auf der ganzen Welt.

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[Foto © Doonited]