Absage

Doch kein Fest auf dem Platz der Alten Synagoge am Schabbat

Fabian Vögtle

Am 14. Oktober sollte der Platz der Alten Synagoge mit einem Bürgerfest eingeweiht werden. Ausgerechnet am Schabbat. Jetzt hat die Stadtverwaltung das Fest abgesagt.

Am 14. Oktober sollte der bereits am 2. August eröffnete Platz der Alten Synagoge mit einem Bürgerfest nochmals offiziell eingeweiht werden. Die Stadtverwaltung hat am Mittwoch jedoch einen Rückzieher gemacht und die Feier abgesagt. Kritik war zuvor von der jüdischen Gemeinde gekommen, weil ihre Mitglieder am Schabbat nicht daran hätten teilnehmen können.


Der Platz sei von den Bürgern schon akzeptiert

Mit der geplanten Veranstaltung wollte die Stadt zusammen mit ihren Bürgern das neue Zentrum feiern. Ziel sei gewesen, die Akzeptanz des bereits zuvor nicht unumstrittenen Platzes zu fördern, heißt es in einer Pressemitteilung. Vier Wochen nach dessen Freigabe sieht Oberbürgermeister Dieter Salomon dafür nun keinen Grund mehr. Nach seinem Urlaub machte er das Thema gleich diese Woche zur Chefsache und entschied sich laut Rathaussprecherin Petra Zinthäfner nach Absprache mit seinen Dezernenten dazu, auf das Bürgerfest zu verzichten.

Der Platz sei seit seiner Eröffnung am 2. August von allen gesellschaftlichen Gruppen und in vielerlei Weise sehr gut angenommen worden und wie gewünscht, zu einem lebendigen Mittelpunkt der Stadt geworden, heißt es. Mit der Absage habe man auch das Signal der jüdischen Gemeinde berücksichtigt, nicht bei dem Fest dabei sein zu können. Diese hatte nach Bekanntgabe des Termins Kritik an der Stadtverwaltung geäußert. Schließlich sei es ihnen nicht möglich an Schabbat teilzunehmen.

Vielleicht doch ein Bürgerfest im Frühjahr

"Es ist wichtig, dass alle Juden die Möglichkeit haben zu einem Fest auf diesem für uns wichtigen Gedenkplatz zu gehen", sagte der orthodoxe Rabbiner Yakov Gitler am Mittwoch auf BZ-Anfrage. Cornelia Haberlandt-Krüger, Vorsitzende der liberalen Gescher-Gemeinde, zeigte sich überrascht über die Absage. Ihre Gemeinde hätte versucht, am 14. Oktober "eine Kombination aus Einweihung und Gedenken" hinzubekommen. Irina Katz von der Israelitischen Gemeinde Freiburg glaubt nicht an ein Signal der Stadtverwaltung. "Das ist nur eine Floskel", sagte sie. Wenn die Stadt wirklich an einem Austausch interessiert sei und die jüdischen Belange ernst nehmen würde, wäre sie von vorneherein sensibler mit dem Thema umgegangen und hätte ein solches Bürgerfest nicht für einen Samstag ins Auge gefasst.

Auf die Frage, ob die Kritik am Termin oder der hohe Zuspruch des Platzes für den Beschluss entscheidend war, antwortete Zinthäfner nur: "Beides hat eine Rolle gespielt." Wenn noch strittige Fragen, wie etwa die von vielen geforderten Infotafeln am Gedenkbrunnen, geklärt seien, soll es im Frühjahr schließlich doch noch ein Bürgerfest geben mit Auftritt des Philharmonischen Orchesters und verschiedenen Chören.

Mehr zum Thema: