Diskussion um Eisbahn geht weiter

Frank Zimmermann

Obwohl die Stadtverwaltung bereits in der vergangenen Woche klar und deutlich Nein gesagt hatte, geht das Rumoren hinter den Kulissen weiter: Darf die Eisbahn am Karlsbau auch noch in den Weihnachtsferien bis Anfang Januar und somit sechs statt vier Wochen stehen bleiben? Definitiv nicht, heißt es im Rathaus nach eingehender Prüfung eines Gutachtens, das der Betreiber der Open-Air-Bahn, die Freiburger Firma Endless Event, eingereicht hatte.



Der städtische Wirtschaftsförderer Bernd Dallmann hatte der Debatte  neue Nahrung gegeben, als er für die Eisbahn unter freiem Himmel in die Bresche sprang: „Ich bin ein Befürworter der Eisbahn, je größer, desto besser“, auch wenn der Standort am Karlsplatz nicht ideal sei.  „Im Stadtgarten wäre das eine tolle Geschichte.“

Grundsätzlich sieht Dallmann wie die Stadtverwaltung die Eisbahn als Teil des dezentralen Weihnachtsmarktkonzeptes. Einen Betrieb über die Dauer des Weihnachtsmarktes  hinaus kann er sich vorstellen, wenn der Bahnbetreiber nach dem 23. Dezember – an diesem Tag endet der Weihnachtsmarkt – auf die Glühwein-  und Essenstände um die Bahn herum verzichtet. Andernfalls stünden bald die Ständebetreiber des Weihnachtsmarktes bei ihm auf der Matte. 

Lorenz Faller, Sprecher des Landesverbandes  der Schausteller und Marktkaufleute, bestätigt dies  prompt:  „Gleiches Recht für alle. Uns wurde eine Verlängerung rigoros verweigert.“ Würde Endless Event eine Verlängerung genehmigt bekommen, würden die Weihnachtsmarktbeschicker  auch einen Vorstoß machen und dies verlangen.  Für Endless Event ist ein sechswöchiger Betrieb betriebswirtschaftlich zwingend. Die Veranstaltungsagentur hat die Kompromissvariante, dass die Buden nach Weihnachten abgebaut werden, auch in Betracht gezogen.

„Die überwiegende Zahl der Eisbahnen in Deutschland sind bis in den Januar hinein in Betrieb“, betont Geschäftsführer Bela Gurath. Mit der Hoffnung, die Verlängerung noch zu bekommen, hat seine Firma  nun eine Eisfläche beantragt, die mit rund 340 Quadratmetern um 70 Prozent größer ist als im vergangenen Jahr, außerdem zwei Essens- und einen Glühweinstand. 60 Quadratmeter der Bahn sollen sich auf öffentlicher Fläche befinden. Die Stadtverwaltung bleibt derweil beharrlich bei einem Nein, was eine Verlängerung der Betriebszeit betrifft, auch der Kompromiss kommt für sie nicht in Frage. Angeführt werden  baurechtliche Gründe: Der Bebauungsplan stehe einer sechswöchigen Genehmigung des Betriebs entgegen, erklärt die städtische Pressesprecherin Petra Zinthäfner.

Grundsätzlich sehe der Bebauungsplan auf der für die Eisbahn vorgesehenen Fläche eine private Grünfläche und eine „Vorbehaltsfläche für den ruhenden Verkehr“ (Busparkplatz) vor. Zwar ist die  Fläche derzeit keineswegs grün,   sondern asphaltiert. Allerdings sei maßgebend, dass sie jederzeit in eine Grünfläche umgewandelt werden könne.  Mit dem Bebauungsplan konform gehe der Eisbahnbetrieb nur, wenn er an den Weihnachtsmarkt gekoppelt werde, weil dieser in einem klar abgegrenzten Zeitraum stattfinde und  somit einen  klar vorübergehenden Charakter  habe.

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