Disco Bohème in Schmitz Katze: Indiemusik und Lebensfreude

Bernhard Amelung

Diesen Freitag findet in Schmitz Katze eine Disco Bohème-Nacht statt. Diese Partyreihe steht für verschiedene Indiemusik-Spielarten und bunte Deko. Wer die Veranstalter sind, was ihr Konzept ist und was die Besucher erwartet:



Dass Disco streng genommen aus dem Funk kommende, schwarzamerikanische Populär- und Tanzmusik der Siebziger Jahre ist, kommentiert Meike Teske, Mitveranstalterin der Disco Bohème-Partys in Freiburg, gelassen. "Disco steht für uns für das Schillernde, Knallige. Das unterscheidet und von vielen klassischen Indie-Partys."


"Wir wollen, dass getanzt wird. Deshalb zaubern wir zwischen Gitarrenmusik auch mal einen Elektroswing oder lustige Nummern wie "30 Grad" von MC Fitti. Wer Indiesnobismus sucht, ist bei uns also fehl am Platz", ergänzt ihr Bruder Julius. Er legt bei den Disco-Bohème-Nächten als DJ It-Boy auf und hat die Veranstaltungsreihe vor vier Jahren mit seinem Freund Björn Genehr, das ist DJ B, gegründet.

Angefangen hat alles in Kopenhagen. Julius und Björn, damals noch Studenten in Bonn, verbrachten den Jahreswechsel von 2009 zu 2010 in der dänischen Hauptstadt. In dieser Zeit fassten sie den Entschluss, eigene Partys zu veranstalten. Sie wollten eine Plattform für Indiemusik-Spielarten, von Indierock zu Elektropop, schaffen. Ihr Ziel: den Mythos der legendären New Yorker Disco Studio 54 in den Schatten stellen. "Der Club soll zu einem glitzernden Hexenkessel voller ekstatischer Euphorie werden", sagt Julius.



Die erste Party fand im Frühjahr 2010 in Bonn statt. Dort stieß auch Philipp Maxrath zum Team, der bei den Disco Bohème-Nächten inzwischen als DJ Fipster auflegt. "Die erste Party traf den Nerv des Publikums. Das hat uns viel Mut gemacht und uns bestärkt, weiter zu machen", so Julius. Das vergleichsweise einfache Konzept - befreundete Disc Jockeys, Indiemusik, bunte Deko und Lebensfreude - ermöglichte es ihnen, Partys auch in anderen Städten zu veranstalten - ein offenes und feierfreudiges Publikum vorausgesetzt. Köln, Siegburg und Düsseldorf kamen hinzu, aber auch Aachen oder Hamburg.

Damit nicht genug. Julius Teske, der mittlerweile in München lebt, ist Teil des Netzwerks Bonner Schule, einer Gemeinschaft junger Kreativer. Mit diesen veranstaltet er DJ-Workshops. Dort gibt er sein Wissen und seine Erfahrung an interessierte Nachwuchs-Disc Jockeys weiter. Dies zuletzt im September 2013, einen Monat vor der Disco Bohème-Auftaktnacht im Freiburger Club Schmitz Katze.

Künftig sollen Disco Bohème-Partys alle zwei Monate in Freiburg stattfinden - immer unter einem anderen Motto. Zum Jahresauftakt an diesem Freitag haben Meike, Julius und ihre Helfer das Thema "Schlechte Vorsätze" gewählt. "Die Deko wird das Motto unterstützen. Dazu passend wird es eine Erlebnisfotografie geben. Unsere Freunde von Freundsaft bieten Welcome-Shots an", erzählt Meike. Außerdem sollen zwei Zuckerwattemaschinen im Club stehen.



Das Motto der Freitagnacht könnte also auch "Zuckerwatte für alle" lauten. Damit kommen die Disco Bohème-Macher ihrem selbstgesteckten Ziel zumindest ein kleines Schrittchen näher. Fehlen nur noch Celebrity-Größen wie Grace Jones oder Jerry Hall.

Mehr dazu:

Was: Disco Bohème w/ It-Boy, B, Fipster, Tom Leon, Jacking S Crew.
Wann: Freitag, 17. Januar 2014, 22 Uhr.
Wo: Schmitz Katze.
Eintritt: 4 Euro bis 24 Uhr, danach 6 Euro.
[Fotos: Disco Bohème]