Musik

Diese ausgefallenen Musikinstrumente kannst Du jetzt in Freiburg studieren

Charlot Behrens

Ab dem Wintersemester kann man an der Musikhochschule und der Pädagogischen Hochschule die Instrumente Bağlama, Oud, Ney und Worldpercussion belegen. Freiburg ist der erste Standort, der die Ausbildung in dieser Breite anbietet.

Bisher gab es für junge Musikerinnen und Musiker kaum eine Möglichkeit ein Lehramtsstudium im Fach Musik aufzunehmen, wenn sie Instrumente aus außereuropäischen Musikkulturen spielen. Bis auf Bağlama in Berlin kann man in Deutschland für das Gymnasiallehramt an keinem anderen Standort diese Musikinstrumente im Hauptfach studieren und auch in anderen Schulformen ist das nicht so verbreitet.


Das wollen die Hochschule für Musik und die Pädagogische Hochschule nun ändern. Thade Buchborn, Studienbereichsleiter für Lehramt Musik an der Hochschule für Musik: "Unser Ausbildungssystem exkludiert viele fantastische Musikerinnen und Musiker, weil sie die falschen Instrumente spielen. Das ist ein Verlust für die Schulen. Vor allem, wenn man den dramatischen Musiklehrermangel in Deutschland beobachtet."

Ney – eines der Instrumente, welches Studierende bald in Freiburg auf Lehramt belegen können



Deshalb nehmen die beiden Hochschulen die Instrumente Bağlama, Oud, Ney und Worldpercussion in ihr Programm auf: "Wir wollen möglichst viele Musikerinnen und Musiker für die Musiklehrerbildung gewinnen und uns gezielt Musikkulturen öffnen, die bisher noch keine so große Rolle im Lehramt gespielt haben", erzählt Buchborn.

Die Wahl fiel auf die entsprechenden Instrumente, weil sie bei diesen wissen würden, dass sie dafür Lehrer finden. Die Hochschulen hätte sich informiert, was es für Musiker in der Region gibt und was diese für Instrumente spielen, erklärt Buchborn. "Wir brauchen ja auch Lehrer, die für am Anfang wahrscheinlich wenige Studierende den Weg nach Freiburg auf sich nehmen."
Die Instrumente

Worldpercussion ist ein Sammelbegriff. Hauptsächlich soll es um Rahmentrommeln gehen, die vor allem im arabischen Raum verbreitet sind, aber auf der ganzen Welt gespielt werden. "Deswegen haben wir diesen Dachbegriff genommen, wir wollten uns nicht auf einen bestimmten Kulturkreis beschränken. Unter Worldpercussion subsumieren wir alles, was nicht dem Bereich klassisches Schlagzeug oder Jazz-/Popschlagzeug zugeordnet wird", sagt Thade Buchborn.

Ney ist ein türkisches Flöteninstrument.

Oud, aus dem arabischen Raum und Bağlama, auch ein türkisches Instrument, sind beides Saiteninstrumente. "Ähnlich wie die Laute", erklärt Thade Buchborn.

Angst keine Bewerber für die neuen Instrumente zu bekommen, haben die Verantwortlichen an den Hochschulen nicht: In Berlin gäbe es zwar seit der Einführung eher wenig Studierende für das Fach Bağlama, aber hier aus der Region gibt es einige Musikschulen, die diese Instrumente anbieten. Thade Buchborn hofft, Bewerberinnen und Bewerber von dort gewinnen zu können. Außerdem habe Freiburg durch das Festival "Tamburi Mundi" eine Szene in diesem Bereich. "Das Ziel vom Musikunterricht der Schule ist es, möglichst die Vielfalt der Musikkultur abzubilden, sodass sich Schülerinnen und Schüler im breiten musikalischen Angebot ihres kulturellen Nahraums orientieren und positionieren können."

Bağlama– eines der Instrumente, welches Studierende bald in Freiburg auf Lehramt belegen können



Musikerinnen und Musiker, die sich für ein Lehramtsstudium mit einem der neuen Instrumente als Hauptfach interessieren, können sich bis zum 1. April 2019 für das Gymnasiale Lehramt an der Musikhochschule und bis zum 1. Juni 2019 für Lehrämter an Grundschulen, Werkreal-, Haupt- und Realschulen an der Pädagogischen Hochschule, für die Eignungsprüfung zum Wintersemester 2019/20 bewerben.

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