Diese 14 Podcasts hört die fudder-Redaktion

Podcasts hören geht fast immer: Im Schwimmbad, auf dem Balkon, im Bett – sogar beim Fahrradfahren. Die fudder-Redaktion ist auf jeden Fall Podcast-süchtig und hat die spannendsten Empfehlungen für Euch.

Fest und Flauschig

"Es ist ein stinknormaler Sonntag in Deutschland. Zwei Männer unterhalten sich über dies und das und jenes": Das Intro des Klassiker unter den deutschen Podcasts könnte die Sendung nicht besser beschreiben. Jan Böhmermann und Oli Schulz mit ihrer Sendung Sanft und Sorgfältig auf Radio 1 gibt es seit ein paar Monaten auch auf Spotify - als Podcast unter neuem Namen. Vielen Hörern gefiel das natürlich gar nicht ("Ihr verkauft euch!").

Wer Fest und Flauschig hören sollte? Jeder, der Lust hat auf das witzige Gequatsche von Böhmi und Oli. Nicht erwarten sollte man, etwas wirklich Wichtiges zu lernen. Dafür verrennen sich die beiden auf bisher unnachgeahmte Art in absolut nicht relevante Themen und Jan Böhmermann gibt auch gerne mal ein paar Insider aus der Medienwelt preis ("Wie ist Kai Diekmann wirklich?").
[Jana Luck]

Song Exploder

In seinem Podcast Song Exploder behandelt der US-Amerikaner Hrishikesh Hirway die Entstehungsgeschichte eines Songs. Seit Januar 2014 befragt er vierzehntägig Sängerinnen und Sänger, zuletzt Soulsänger Michael Kiwanuka. Da Hirway seine Fragen aus dem Podcast rausschneidet, treten die Sängerinnen und Sänger quasi wie nebenbei monologisierend auf. Zu den bekanntesten Gästen in der dreijährigen Geschichte von Song Exploder gehören Iggy Pop, Norah Jones und Solange Knowles.
[Bernhard Amelung]

Dear Sugar Radio

"Dear Sugar" war der Titel der hervorragenden anonymen Ratgeber-Kolumnne auf TheRumpus.com. Hinter dem Dr. Sommer-Dienst für Probleme von Erwachsenen steckten die Autoren Cheryl Strayed und Steve Almond. Seit rund zwei Jahren machen sie stattdessen eine Radiosendung, die es als Podcast gibt – Dear Sugar Radio. Mit sehr viel Empathie widmen sie sich den Sorgen und Nöten ihrer Zuhörerinnen und Zuhörer – egal wie groß oder kompliziert. Meist stehen die Sendungen unter einem Thema – Ghosting, Geschwisterbeziehungen, Kinderwunsch oder Pornokonsum, immer gibt’s Ratschläge, die ernsthaft, respektvoll und oft genug auch wirklich überraschend sind.
[Carolin Buchheim]

Women of the hour

Ich bin ein Podcast-Anfänger und habe noch nicht so viele Empfehlungen auf meiner Liste. Einer der ersten Podcasts, die ich gehört habe, ist "Women of the hour" von Lena Dunham. Lena Dunham ist eine Frau, der ich gerne zuhöre. Weil sie mir (und Millionen anderen) mit "Girls" eine tolle Serie geschenkt hat, weil sie lustig und klug ist und sich dafür einsetzt, dass junge Frauen mit einem gesunden Körpergefühl aufwachsen. Um Körper, Sex und Freundschaft geht es auch in den Podcast-Folgen. Dunham bespricht mit Gästen wie Zadie Smith, Emma Stone, June Squibb in jeder Folge ein anderes Thema, und es ist nie oberflächlich oder langweilig.
[Gina Kutkat]

U&I

Jawohl, auch aus Freiburg kommen brauchbare Podcasts! U&I ist ein klassisches Talk-Format: Sebastian Müller-Runte von uniFM unterhält sich jeden Sonntag mit wechselnden Gästen über persönliche Themen. Es ging etwa schon um soziale Rollen, Scham oder soziale Unbeholfenheit. Meistens entsteht während des Gesprächs eine angenehme Nähe und es fühlt sich an, als würde man zwei Freunden bei einem Biergespräch zuhören. Unüberhörbar ist hier auch der Einfluss des Godfather-of-Podcast aus Deutschland: Fest&Flauschig mit Jan Böhmermann und Oliver Schulz.
[Felix Klingel]



Deutschlandfunk

Was oft vergessen wird: öffentlich-rechtlich, das sind nicht nur ZDF und ARD mit ihren regionalen TV-Ablegern, sondern auch das Deutschlandradio. Deutschlandfunk ist eines der nationalen Programme. Klar, Rundfunkgebühren nerven den schmalen Geldbeutel von uns Studierenden. Aber hier kriegt ihr wirklich was dafür zurück: Deutschlandfunk hat zahlreiche Podcasts. Die besten darunter kommen jetzt: "Das war der Tag" und "Das Wichtigste heute Morgen". Die beiden Sendungen sind prima, um Nachrichten in feinster ZDF-Manier zu bekommen.

Wer dabei nicht Claus Kleber zugucken möchte, sondern seine Spaghetti rühren, kann das am besten mit dem Deutschlandfunk im Ohr. Die Morgensendung ist mit etwa fünf Minuten kürzer und genau richtig für die kalte Dusche oder das verlängerte Zähneputzen. Weitere spannende Sendungen, je nach Interessengebiet, sind der Büchermarkt für Leseratten, das Dossier mit mehr Platz für Fragen wie "Warum scheitert Gleichberechtigung in der Beziehung?" oder das tolle Feature von Deutschlandfunk Kultur, das Hörfunk vom Feinsten mit viel Inhalt ist. Das Zeitfragen-Magazin ist auch toll. Alles ohne Anspruch auf Vollständigkeit, am besten selber mal durchklicken.
[Jana Luck]

SWR2 Wissen

Wer noch nicht genug hat von den Deutschlandfunk-Sendungen, der sollte SWR2 Wissen folgen. Die halbstündigen Podcasts sind wie der Ersatz für einen langen Zeitungsartikel und informieren über bunte Themen wie das Weltraumwetter, erklären Sternchenthemen aus dem Abitur wie "Agnes" oder decken auf, warum Automaten in Casinos abhängig machen.

Der SWR2-Podcast macht damit das, was Hörfunk-Sendungen so machen: Nur einen Sinn beanspruchen. Während die Hände etwas anderes tun können (Auto fahren, Kochen, Wäsche zusammenlegen, Mandalas ausmalen), werden Ohren und Geist mit ein paar Fakten gespickt, die mehr bieten als das Scannen der Überschriften auf Spiegel Online. SWR2 macht feinstes Hörfunk-Handwerk – mit Skript und Konzept. Die Sendungen lassen sich auch herunterladen und dann offline hören. [Jana Luck]

In The Dark

Für die erste Staffel von "In the Dark" bekam American Public Media gleich einmal einen renommierten Peabody Award. Die neun Folgen behandeln einen Kriminalfall aus 1989: Die Entführung und Ermordung des elfjährigen Jacob Wetterling aus St. Joseph, Minnesota. Die Podcast-Staffel zeigt auf beeindruckende Weise Ermittlungsfehler der Polizei auf – wer den Jungen entführte, wurde erst 2016 geklärt, obwohl es eindeutige Hinweise gab, dass es sich um einen Serientäter handelte. Der Fall feuerte die Angst von Eltern vor Entführungen an und führte letztendlich sogar zur Einführung von Sex Offender Registries, die heute von Rechtsexperten als problematisch angesehen werden.
[Carolin Buchheim]

The Call

Erica Williams Simon will wissen, was Frauen zu ihrem Ziel (oder Zwischenziel) gebracht hat, was ihr Call war, also ihr Ruf. Warum tun sie, was sie tun, warum, wie kamen sie da hin? Die Autorin und ehemalige Politikberaterin redet für das Fashion-Lifestyle-Blog Man Repeller mit inspirierenden Frauen aus verschiedenen Bereichen wie Aktivismus, Journalismus, Politik und Film darüber, was und warum sie machen, was sie machen.
[Jana Luck]

Das Podcast UFO

Florentin Will und Stefan Titze sind immer auf der Jagd nach dem nächsten Gag. Nichts zählt mehr als die Punchline. Das geht gerne mal daneben, ist oft sehr witzig, mal blöd, mal genial – fühlt sich aber auf jeden Fall immer authentisch an. Vorlage für die Gags sind meistens awkwarde Situationen aus dem Leben der beiden. Das ist auch darum interessant, da sie lange als Autoren für Jan Böhmermann im Neo Magazine Royale die Gags geschrieben haben und der Podcast so immer mal wieder ein Blick hinter die Kulissen der Show bietet. Oder wie sie selbst sagen: "Unterhaltsam, wenn man nebenbei etwas unterhaltsames macht".
[Felix Klingel]

Serial

Dieser Podcast hat mir ein paar schlaflose Nächte beschert: Weil ich erst ein Folge hören musste, dann noch eine, und so weiter. Serial entstand im Rahmen der amerikanischen Radiosendung "This American Life" und hat Podcasts allgemein im Jahr 2014 zum Phänomen gemacht. In der ersten Staffel geht die Journalistin Sarah Koenig einem Mordfall aus dem Jahr 1999 nach: Am 13. Januar verschwand die 18-jährige Hae Min Lee, ihre Leiche wurde am 9. Februar gefunden. Die Polizei nahm ihren Ex-Freund Adnan Syed fest, der kurze Zeit später zu einer lebenslangen Haftstrafe plus 30 Jahre verurteilt wurde. Koenig und ihr Team rollen den Fall neu auf – und mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Es ist ein Meisterwerk – nicht nur journalistisch gesehen.
[Gina Kutkat]

Homecoming

Der Guardian und die New York Times, Slate und Wire. Diese und zahlreiche andere Medien waren im Herbst des vergangenen Jahres des Lobes voll, als Homecoming aus dem Hause Gimlet Media an den Start ging. Zu recht. Traumatisierte Kriegsveteranen, eine Psychotherapeutin und Verschwörungstheorien – Autor Eli Horowitz führt in seinem Polit-Psychothriller auf die dunkle Unterseite der USA.

Die Figuren werden von Comedian David Cross, Amy Sedaris (Manhattan Love Story), Catherine Keener (Capote, Into The Wild), Oscar Isaac (X-Men: Apocalypse) und David Schwimmer (von 1994 bis 2004 "Ross" in Friends) gesprochen. Wem der Thrill zu psycho wird, kann im Anschluss ja noch ein paar Folgen "Friends" gucken.
[Bernhard Amelung]

Terrible, Thanks for asking!

"Terrible, Thanks for asking", das war die Antwort, die Nora McInerny wirklich gerne gegeben hätte, immer wenn jemand sie nach dem Krebstod ihres Mannes gefragt hat, wie es ihr denn wirklich gehe. In ihrem Podcast geht’s um schwierige Sachen, die den Kern unseres manchmal ganz schön komplexen Menschlichseins tangieren: Wie geht man mit Trauer um? Wie mit Erinnerungen? Wie mit Fehlern? Das ist manchmal traurig, ja, aber gibt auch Mut, wichtige Sachen nicht zu lange hinauszuzögern, sondern einfach zu machen.
[Carolin Buchheim]

A Twin Peaks Podcast

Twin Peaks ist zurück – und David Lynchs Kultserie lässt Fans jetzt wieder jede Woche mit vielen offenen Fragen zurück. Handfeste Antworten gibt’s auch im "Twin Peaks Podcast – A Podcast about Twin Peaks" von Entertainment Weekly nicht. Stattdessen aber unterhaltsame Diskussionen darüber, was die seltsame Glasbox zu bedeuten hat, wer der fiese Typ im Bang Bang Club war und wie das alles mit "Fire Walk With Me" und dem Buch "Die geheimen Geschichte von Twin Peaks" zusammenhängt. Immer Montags gibt’s eine neue Folge, in der die EW-Redakteure Jeff Jensen und Darren Franich auf einem Level theoretisieren und philosophieren, dem auch Casual-Fans gut folgen können.
[Carolin Buchheim]

So geht Podcasthören

Ein Podcast ist eine Audiosendung, die Du über das Internet anhören kannst. Manche Podcasts erscheinen in festgelegten Abständen, manche als abgeschlossene Staffeln.

Es gibt verschiedene Methoden, Podcasts anzuhören.Oft haben Podcast-Serien eigene Webseiten, manchmal findet man sie auch auf den Webseiten der Radiosender, die sie produzieren. Besonders erfolgreiche Podcasts wie "This American Life" haben sogar kostenpflichtige Apps, mit Zugang zum gesamten Archiv. Manche Anbieter laden Podcasts auch zum Audiodienst Soundcloud hoch, wo man sie dann im Browser anhören oder herunterladen kann. Die bequemste Art, Podcasts zu hören, ist über eine App auf dem Smartphone oder Tablet. Auf iPhones wird Podcasts, gleich mitgeliefert, bei Android-Telefonen ist Stitcherdie App der Wahl. In der jeweiligen App sucht man nach dem Podcast, den man hören will und abonniert ihn dann. Sobald eine neue Folge erscheint, wird diese dann automatisch heruntergeladen.