Diese 11 Typen triffst du jeden Tag in der Mensa

Maleen Thiele & Simon Voss

Jeder Mensabesucher ist einzigartig. Und doch scheint es einem manchmal, als begegne man manchen von ihnen tagtäglich aufs Neue. fudder präsentiert 11 Arten von Menschen, denen man bei (fast) jedem Mensabesuch über den Weg läuft.



1. Die Vordrängler

In der Mensa kennt sie wohl jeder: die Vordrängler. Auch wenn die Schlange bis zum Ende der nächsten Straße reicht, sind es die Vordrängler, die es fast immer schaffen, diese zu umgehen. Das machen sie natürlich ganz gekonnt, indem sie Kommilitonen in der Schlange treffen, die ganz zufällig schon kurz vor der Essensausgabe stehen. Zugegeben: So gut wie jeder dürfte den Trick schon durchgezogen haben.

2. Die Socializer

Um 11.15 Uhr in die Bib, dann 11:30 Uhr erst mal für zwei Stunden in die Mensa. Für die Socializer ist die Mensa heute, was früher der Marktplatz war: Dort tauscht man den neuesten Klatsch und Tratsch aus, führt ausgedehnte akademische Gespräche oder bewundert optisch interessante Kommilitonen. Danach geht es wahlweise mit frischer Inspiration zurück ans Studieren oder zum Vertiefen der Gespräche noch ins Café. Damit sind die Socializer der genaue Gegensatz zur nächsten Kategorie in unserer Liste.

3. Die Produktiven

Keine Zeit für soziale Kontakte! Die Produktiven nutzen das winzige Zeitfenster, dass ihr straffer Stundenplan ihnen für das Mittagessen lässt, optimal aus: An der kürzesten Schlange angestellt, Essen heruntergeschlungen, mit vollem Mund Abschiedsgruß gemurmelt und gerade noch rechtzeitig zurück am Arbeitsplatz in der Bib. Perfekt.

4. Die Bänderer

Die Bänderer sind ein ganz eigenes Phänomen, dass es so wahrscheinlich nur an der Uni Freiburg gibt. Pünktlich um 12 Uhr stellen sie sich ans Band und inspizieren jedes einzelne Tablett – ob sich vielleicht doch noch ein kleiner Rest des köstlichen Mensaessens darauf befindet. Man belächelt sie oft, obwohl man ja eigentlich weiß, dass sie damit nicht nur Geld sparen, sondern auch auf Nachhaltigkeit und Konsumwahn aufmerksam machen.

5. Die, die sich über die Bänderer aufregen

Zu jeder Bewegung gibt es eine Gegenbewegung. So sieht man an den Rückgabebändern häufig folgendes Szenario: Die Bänderer, die das Essen vom Tablett nehmen wollen und diejenigen, die ihr nicht mehr gewolltes Essen mit Leidenschaft verteidigen. Denn es wäre ja unfair, wenn jemand ganz umsonst ihr bezahltes Essen einfach nehmen und essen könnte. Dann sollte es doch besser sofort im Müll landen. Und unhygienisch sei das Ganze natürlich auch.

6. Die Schüler

Sie rennen mit ihren Tabletts durch die Mensa, als gäbe es kein Morgen und vor allem keine Stuhlbeine, über die man stolpern kann. Beim Essen an ihren reservierten Plätzen veranstalten sie einen Höllenlärm und benehmen sich auch sonst wie auf dem Spielplatz. Genervt und auch ein bisschen besorgt fragen die Studierenden einander: "Waren wir früher auch so?" - "Nein!", beruhigt man sich gegenseitig, "auf keinen Fall."

7. Die Tupperer

Warum aus dem begrenzten Speiseplan der Mensa auswählen, wenn man auch einfach sein eigenes Essen in der passenden Dose mitbringen kann? Die Tupperer wissen selbst am besten, welche Nährstoffe sie brauchen und überlassen daher nichts dem Zufall. Oder aber sie haben die Tupperdose extra dabei, um sich noch etwas für den Weg einzupacken. Wer weiß, wann man wieder so etwas Gutes wie in der Mensa bekommt.

8. Die Sparfüchse

Sie holen sich immer nur ein Salatblatt am Buffet, um danach drei Nachschläge hintereinander zu verschlingen. Die Sparfüchse wissen genau, wie man am billigsten satt wird. Um zu sparen, nehmen sie in Kauf, dass der kulinarische Genuss bei Reis mit weißer Soße ein wenig auf der Strecke bleibt.

9. Die Unzufriedenen

Die Unzufriedenen finden fast jedes Essen in der Mensa miserabel und müssen diese Meinung natürlich immer und überall zum Ausdruck bringen. Man würde sie zu gern fragen, warum sie dennoch immer wieder in die Mensa gehen. Aber wahrscheinlich würde man die ganzen Nörgler in der Mensa auch ein bisschen vermissen.

10. Die Stammplatzbesetzer

Die Stammplatzbesetzer lassen selbst in der Mensa das deutsche Klischee aufleben. Haben sie erst mal einen Tisch zu ihrem dauerhaften Stammplatz erkoren, versuchen sie alles, um diesen auch zur Mittagszeit zu besetzen. Ist der Tisch doch einmal belegt, ist ihnen ihre Überforderung anzusehen. Notgedrungen suchen sie sich einen anderen Platz, nehmen sich aber fest vor, am nächsten Tag den Platz mit einem Handtuch (oder vielleicht auch nur einer Jacke) zu belegen.

11. Die Angestellten

Sie sind das hart arbeitende Rückgrat der Mensa. Na gut, für übermäßige Herzlichkeit sind sie den meisten Mensagängern nicht bekannt. Zu dem einen oder anderen werden dem Vernehmen nach sogar persönliche Feindschaften gepflegt. Aber ein bisschen Verständnis sollte man den Angestellten auch entgegenbringen: Schließlich müssen sie jeden Tag mit den verschiedensten Menschentypen zurechtkommen.

Mehr Typologien auf fudder: