Die Taxi-App Uber: 5 Fragen an Discotaxi-Fahrer Ahmad Javanshir

Julia Gross

Mit der Vermittlung privater Fahrdienste hat die Taxi-App Uber zuletzt die Taxibranche aufgemischt. Das Landgericht Frankfurt hatte – durch eine einstweilige Verfügung – jegliche Dienste verboten. Doch das kalifornische Unternehmen legte Einspruch ein. Am morgigen Dienstag will das Gericht nun entscheiden, was mit der App geschieht. Für Ahmad Javanshir, Geschäftsführer des legendären Freiburger Discotaxis, eine klare Sache:



Was halten Sie von der Taxi-App Uber?

Ahmad Javanshir: Es ist einfach verboten und sollte deshalb auch nicht mehr eingesetzt werden. Das Problem ist, dass Leute ohne Personenbeförderungsschein Fahrdienste anbieten dürfen. Wenn was passiert, ist niemand ausreichend versichert. Das ist nicht in Ordnung. Außerdem weiß man nie, wer sich da als Fahrer anbietet.

Uber gibt es bis jetzt in Freiburg nicht. Denken Sie, das könnte sich ändern?

Das weiß man natürlich nie, aber ich hoffe es zumindest nicht. Ich bin dafür, dass nur angemeldete Taxifahrer Taxi fahren dürfte. Das wäre zumindest fair.

Wie können sich normale Taxiunternehmen gegen den Fahrdienst durchsetzen?

Das normale Taxi zeichnet sich erst mal dadurch aus, dass es legal ist und dass der Fahrer eine Fahrerlaubnis hat und verschiedene Tests machen musste. Außerdem versuche ich, immer nett zu meinen Gästen zu sein und Spaß ins Taxi zu bringen. Das kommt gut an. Es gibt viele Fans des Discotaxis, die warten dann auch mal ein bisschen länger, nur um mit mir zu fahren. Wir heben uns von den anderen ab und das ist gut so. Dann hat man generell wenig Konkurrenz.

Sie sind sicher ein starker Konkurrent im Kampf um Fahrgäste. Was sagen Ihre Freiburger Taxikollegen zu dem Discotaxi?

Naja, viele der anderen Taxifahrer mögen das Discotaxi und finden die Idee cool, vielen ist es egal und dann gibt es noch die, die jeden anderen Taxifahrer als Konkurrenten betrachten. Aber das hat dann nichts mit mir oder dem Discotaxi zu tun.

Sie haben 'ne Discokugel im Auto hängen und fahren als Discotaxi durch die Gegend. Wie kommt man auf so was?

Ich hab' einfach Lust dazu gehabt. Seit 20 Jahren bin ich bereits als Taxifahrer unterwegs und irgendwann wollte ich eben etwas Besonderers anbieten. Am Wochenende hab' ich sowieso schon immer die neuste Musik dabei gehabt und die immer laut aufgedreht, wenn ich Leute zu einer Party gefahren habe. Und irgendwann kam ich dann auf die Idee, eine Discokugel zu installieren. Die Fahrgäste haben dann mitgesungen und irgendwann gab's eben auch noch ein Mikro und die Karaoke-Anlage dazu. Mittlerweile biete ich auch Stadtrundfahrten an.

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[Foto: Julia Gross]