Die Shirt-Show (Teil 5)

Adrian Hoffmann

Was drucken Freiburger auf ihre T-Shirts? Um das herauszufinden, sind wir jede zweite Woche eine Stunde lang in einem Freiburger T-Shirt-Shop und interviewen so ziemlich jeden, der dort ein T-Shirt bedrucken lassen will.

Andreas Helde (17) und Patrick Bannholzer (20):



Die beiden Pfadfinder brauchen jede Menge Aufnäher. Denn heute Abend werden rund 150 ihrer Kollegen von der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg am Moosweiher eine Wanderung starten, die bis Samstagabend dauert. Die vielen Pfadfinder werden eine Strecke von 40 bis 45 Kilometer zurücklegen, und um das in der vorgeschriebenen Zeit zu schaffen, ist nicht viel mit Pause machen. Und da sollen sich die Teilnehmer wenigstens an ihrem Sticker festhalten können, auf dem groß und fett der Titel des Wandertages draufsteht: Rosskur. Andreas Helde und Patrick Bannholzer werden selbst übrigens nicht mit wandern, sie bereiten lieber die Feier vor, die die sportlichen Pfadfinder nach dem anstrengenden Marsch erwarten wird.


Michael Beha (33):



Auf dem T-Shirt, das Michael für seinen Freund drucken lässt, kriecht ein Student mit einer Bierflasche in der Hand über einen Zebrastreifen. Darüber steht: Attention, student crossing. Das Verwunderliche dabei ist: Der Freund, der das T-Shirt bekommen soll, will Kommissar werden. Aber Michael ist sich sicher: Der zieht alles an. Normalerweise läuft er mit einem T-Shirt herum, auf dem groß das Logo der Kaffeemilchmarke Bärenmilch abgedruckt ist. Dann wird er wohl auch nichts gegen den besoffenen Studenten auf dem Zebrastreifen haben.

Alexandra Fomina (16):



Endlich haben sie ein Mannschafts-Shirt. Das demonstriert Geschlossenheit, Teamgeist. Alexandra ist ein bisschen später dran als die anderen, aber jetzt besitzt auch sie ein Shirt mit dem Logo des Tennisclubs Müllheim. Sie spielt schon zwei Jahre in der Damenmannschaft, und die Mädels sind alle miteinander befreundet, da war es einfach Zeit für das Trikot. Alexandra beweist beim nächsten Mannschaftsspiel auch gleich mal wieder Teamgeist: Ihr Shirt wird eine andere Spielerin tragen, weil sie selbst nicht von Anfang an spielen wird. Ihr Zug von Müllheim nach Freiburg hatte übrigens 50 Minuten Verspätung - liebe Tenniskolleginnen von Alexandra: Entschuldigt deshalb bitte ihr Zuspätkommen.

Georg Gusinski (30):



Eigentlich hätten die Shirts von der Marketingabteilung von Arcor geliefert werden sollen. Aber Georg Gusinski wurde die Zeit jetzt einfach zu knapp, deshalb hat er sich das Logo aus dem Internet geholt und ist selbst zum Shirtshop gegangen. Alles muss man selber machen. In diesem Fall sind die Shirts sehr, sehr wichtig: Heute ist Neueröffnung seiner nun dritten Arcor-Filiale, diesmal am Bertoldsbrunnen. Und da wäre es doch wirklich ungünstig, hätten die Mitarbeiter keine Arcor-Poloshirts an, der Kunde muss sich ja zurechtfinden.

Laura Strudel (13):



Laura ist die nächste Woche bei ihrer Austauschschülerin im französischen Avignon. Und da wollte sie ein schönes Gastgeschenk mitbringen: ein V-Ausschnitt-Shirt mit der Aufschrift Freiburg, Größe S. Ihre Mutter hätte gerne ein rosa Shirt gekauft, Laura hat sich aber für weiß entschieden. Das Shirt wird ihrer Austauschschülerin stehen, glaubt Laura, und passen wird ihr es auch ? per Mail haben sie vorher Bilder ausgetauscht. Nächstes Jahr kommt ihre Austauschschülerin dann für eine Woche ans St.-Ursula-Gymnasium nach Freiburg.