Die Mini-Ramp in der Garage

Julia Sommer

Fabi Surber aus Endingen ist Skater. Und in der Garage seiner Eltern steht neuerdings eine Mini-Rampe, die Fabi zusammen mit Freunden gebaut hat. Im Sommer zieht das gute Stück in den Skatepark Endingen um, aber bis dahin wird drinnen geskatet. Julia war in der Mini-Skatehalle mit Mini-Rampe zu Besuch.

Freitag nachmittag in Endingen-Kiechlingsbergen am Kaiserstuhl. Rollgeräusche, lautes Krachen, Musik-Fetzen und Gejohle tönen aus der Garage eines Ein-Familien-Hauses. Eine alte Dame bleibt mit fragendem Gesicht davor stehen. Der Grund für die ungewohnten Geräusche in der sonst so ruhigen Straße: In der Garage steht seit gut zwei Wochen eine Mini-Ramp.

Fabi Surber
(21) hat die Rampe gemeinsam mit Freunden in die Garage seiner Eltern gebaut. Eigentlich sollte die Rampe dort nur gebaut werden, und dann direkt in den Skatepark in Endingen gebracht werden. Dabei kam ihm die Idee die Rampe so zu bauen, dass sie auch gleich in der Garage befahren werden kann. Da mussten nicht nur die Eltern um Erlaubnis gebeten werden, sondern die Rampe auch so gebaut werden, dass sie genau in die Garage genau hineinpasst. Und die ist glücklicherweise überdurchschnittlich groß; zwar ziemlich schmal, aber mit 6,5 Meter Länge ausreichend lang.


Wichtig bei der Konstruktion ist vor allem die Rundung für die Formgebung der Rampe. Fabi hat Erfahrung mit der Herstellung von Skatespots. „Als erstes braucht man das Grundgerüst, am besten aus Schalungen, bei denen die Radiusform aus Platten ausgeschnitten ist. Je nachdem wie breit sie wird, brauch man mehr Schalungen und alle eineinhalb Meter Träger. Meine Ramp ist aus drei Teilen gebaut: zwei Radiusteile und ein gerades Stück. Dann kommen die Bretter darauf, die müssen verschraubt werden. Dann kommen die Stangen aus Metall oben quer rein, für das Coping. Am Schluss die Platten auf das Ganze drauf, um die Fahrfläche zu bilden. Die sind dann das Stressigste, weil die sich ja biegen müssen. Deswegen braucht man dann auf jeden Fall Leute, die drauf stehen, damit sie in die Form gehen.“



Das Material für die Rampe, das Holz und das Metall kommen von Firmen aus Riegel und Endingen, nur die Belagplatten kommen vom Spezialhersteller IOU-Ramps aus Passau. Das Bauen ging relativ schnell; ein paar Kumpels halfen mit, und nach knapp vier Tagen war die Mini-Ramp fertig zum Befahren. Und sie wird von Fabi und seinen Freunden aus Freiburg, Endingen und der Umgebung gerne genutzt.

Dass die Ramp ausgerechnet bei Fabi Surber in der Garage in Endingen steht, kommt nicht von ungefähr: Er ist einer der erfolgreichsten Skater Südbadens, bei vielen Contest am Start und Vorsitzender des Skateverein Endingen. Einen Teil der Kosten von rund 800 Euro für die Rampe kommt auch vom Skateverein; den größeren Anteil der Finanzierung hat die Stadt Endingen übernommen, da die Mini- Ramp im Sommer im Endinger Skatepark genutzt werden soll.

Patrick Stephan (25) ist extra von Freiburg zu Fabi nach Endingen gefahren um hier auf der Mini-Ramp zu fahren: „In Freiburg gibt es keine Möglichkeit bei schlechtem Wetter fahren zu können. Freiburg braucht dringend eine Skate- Halle. Die nächste ist erst bei Karlsruhe, das ist dann schon zeitaufwendig, dahin zu kommen. Deswegen ist es super, dass ich meinen Freitagabend hier bei Fabi verbringen kann und so mal wieder zum Trainieren komme.“

Etwas eng ist es schon in der Garage - die Rampe passt gerade so rein. Zusammen mit Sascha Melcher (27), Martin Duschek (15), Alex Schwörer (23), Patrick und Fabi, die alle abwechslend heute auf der Mini-Ramp ihre Tricks üben, ist es ziemlich beengt. Fabi will trotzdem noch ein Sofa reinstellen, um es gemütlicher zu machen; auch eine bisher offene Seite der Garage soll noch mit einer Plane geschlossen werden.



Alex Schwörer hat  beim Bau der Rampe geholfen, und ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Das ist schon klasse, ich bin fast jeden Abend hier. Da kann man abends noch ´ne Runde fahren und gemütlich mit den anderen ein Feierabend- Bierle trinken."

Viel Besuch von seinen Skatern aus Endingen, Freiburg und der Umgebung hat Fabi in der Garage schon gehabt. Seine Eltern und Nachbarn haben sich bisher – glücklicherweise- noch nicht beschwert. Die Eltern schalten im Haus nebenan einfach den Fernseher lauter, wenn die Jungs auf der Mini-Ramp in der Garage wieder am fahren sind.

Mini-Ramp in Endingen

Quelle: YouTube
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