Oberau

Die Leo-Bar schließt Ende Januar

Valentin Heneka

Die Leo-Bar schließt – und das bereits am kommenden Wochenende. Betreiber Thomas Brauchle plante, die Subkultur-Kneipe an einen Nachfolger abzugeben, doch der Deal kam nicht zustande.

Von Donnerstag bis Samstag feiert Inhaber und Betreiber Thomas Brauchle mit seinen Gästen Abschied von der Leo-Bar, danach schließt die Subkultur-Kneipe in der namensgebenden Leo-Wohleb-Straße. Geplant war das nicht: Brauchle, der die Leo-Bar im Januar 2014 eröffnete, wollte sie zum ersten Februar aus persönlichen Gründen an einen Nachfolger abgeben. Dieser hätte die Bar in ähnlichem Stil weiterführen wollen, der Vermieter habe sich damit zunächst einverstanden erklärt.


Im Januar erfuhr Brauchle von seinem Nachfolger, dass der Vermieter seine Meinung geändert und die Lokalität anderweitig vermietet habe: das Aus für die Leo-Bar. "Was genau hier entstehen wird, kann ich nicht sagen. Aber es scheint, als wären die Räumlichkeiten in Zukunft leider nicht mehr der Kultur zuträglich. Es ist schade, wir hatten immer ein schön gemischtes Publikum", sagt Brauchle.

Kneipenabende, Konzerte und ausgewählte Getränke

Als Gastro-Neuling übernahm er die Kneipe im Osten Freiburgs vor fünf Jahren. Rock, Punk, Garage und weitere alternative Gitarrenmusik untermalten die Kneipenabende, ausgewählte deutsche und internationale Bier- und Craft-Beer-Sorten sowie Spirituosen bestimmten das Getränkeangebot.

Gelegentlich traten lokale und überregionale Bands und Musiker wie die Freiburger Pop-Punk-Band The Deadnotes oder die holländischen Party-Folk-Formation Scotch auf. Zum Auftakt der Abschiedsfeierlichkeiten am Donnerstag wird die Freiburger Punkband Das Blanke Extrem ein letztes Konzert geben. Vereinzelt fanden in der Leo-Bar auch Partys statt, die aber jeweils um 22 Uhr zu Ende waren – etwa die Stundenpartys, die lediglich eine Stunde andauerten.

Rückblick

Bevor Brauchle die Leo-Bar eröffnete, betrieben Klaus Henning und Katharina Möckel in den Räumlichkeiten die Bar Erika (Fotos: Der letzte Abend in der Erika-Bar). Aufgrund des beschränkten Raums, aber auch wegen Lärmbeschwerden zog die Bar Erika 2013 in die nahegelegene Kartäuserstraße, in der Leo-Wohleb-Straße übernahm Thomas Brauchle. Nur in den ersten Monaten habe es auch wegen der Leo-Bar Lärmbeschwerden gegeben, in den letzten Jahren nicht mehr. Die Bar Erika stellte den Betrieb am neuen Standort im Sommer 2017 aus persönlichen Gründen ein.

Zu einer weiteren Gastro-Schließung unweit der Leo-Bar kam es erst vor wenigen Wochen: Zum Jahreswechsel schloss Michael Schniepp alias Mitch die Traditionskneipe Walfisch.



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