Semesterstart

Die Lage auf dem studentischen Wohnungsmarkt in Freiburg bleibt angespannt

Fabian Vögtle

In diesem Herbst eröffnet das Studierendenwerk Freiburg zwei neue Studentenwohnheime. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt für Studierende bleibt in Freiburg aber angespannt.

Das Wintersemester naht und Tausende von Studentinnen und Studenten, die nach Freiburg kommen, suchen wieder eine Wohnung oder ein WG-Zimmer. Um der laut einer aktuellen Studie weiter zunehmenden Anspannung auf dem studentischen Wohnungsmarkt zumindest eine kleine Abhilfe zu schaffen, eröffnet das Studierendenwerk im Herbst zwei neue Wohnheime. In den zusammen zwölf Millionen Euro teuren Gebäuden auf dem Campus der Technischen Fakultät finden insgesamt 216 Bewohner Platz.


Freiburg steht auf dem Anspannungs-Index auf Rang 6

Die Suche nach einem passenden WG-Zimmer gestaltet sich für Studierende in den meisten deutschen Hochschulstädten noch schwieriger als im Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Moses Mendelssohn Institut. Nach München, Hamburg, Stuttgart, Köln und Frankfurt steht Freiburg auf Platz 6 des Anspannungs-Index aller deutscher Uni-Städte. In vielen Städten habe sich die Wohnsituation verschärft, so die Untersuchung. "In Freiburg ist es im Vergleich zum Vorjahr aber nicht schlimmer geworden. Von einer Entspannung kann deshalb aber noch nicht die Rede sein", sagt Dirk Schemmer. Der zertifizierte Immobilienmakler und Sachverständige für Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken beobachtet seit 20 Jahren den Freiburger Wohnungsmarkt. Er habe das Gefühl, dass es für Studierende jedes Jahr ähnlich anspruchsvoll ist, ein bezahlbare Zimmer zu finden. "Es gibt immer wieder Engpässe."

"Eine positive Trendwende ist aber noch lange nicht zu erkennen." Clemens Metz, Studierendenwerk Freiburg
Das bestätigt auch Clemens Metz. Der Geschäftsführer des Studierendenwerks Freiburg (SWFR) erkennt einige Wochen vor dem Start des Wintersemesters eine etwas entspanntere Lage als 2016, was daran liege, dass die Studierendenzahlen nicht wie in früheren Jahren so hoch nach oben schnellen. "Eine positive Trendwende ist aber noch lange nicht zu erkennen", sagt er. Um dem seit Jahren problematischen Wohnungsmarkt ein bisschen Abhilfe zu schaffen, baut das SWFR seit Jahren immer wieder neue Unterkünfte für Studierende.

Im Oktober und November werden zwei neue Gebäude auf dem Campus der Technischen Fakultät am Flugplatz eröffnet. Das Grundstück hierfür spendierte das Land Baden-Württemberg. Der Doppelbau, der insgesamt 216 Wohnheimplätze bietet, kostet 12,1 Millionen Euro. Die künftigen Bewohner sind laut Metz in 86 Apartments und 130 Wohngemeinschaften mit zwei oder vier Mitbewohnern untergebracht.

Insgesamt gibt es in Freiburg derzeit 4265 Plätze in subventionierten Unterkünften der SWFR. An der Studentensiedlung (Stusie) am Seepark sind bis 2019 noch weitere 300 Wohnheimplätze geplant und vereinzelt wird an anderen Orten nachverdichtet. "Bis 2020 haben wir dann über 5000 Plätze in einem angemessenen Wohn- und Preisniveau", sagt Metz. Und für die Zeit danach habe man weitere, kleinere Projekte in der Pipeline. So könne man bis Ende 2026 mindestens 5500 Plätze für Studierende anbieten.

Hinzu kommen in Freiburg derzeit circa 1000 weitere Wohnheimplätze von kirchlichen Trägen sowie die in letzter Zeit etwa auf dem Güterbahnhofareal oder in Zähringen entstandenen, Luxus-Appartementanlagen privater Investoren. Für das anstehende Wintersemester plant die SWFR auch wieder Notunterkünfte in Gemeinschaftsräumen in der Händelstraße in Herdern und der Stusie.

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