Die Konfetti-Million - ein Internetmärchen

Dirk Philippi

Es ist eine Wahnsinnsgeschichte, ein Märchen des World Wide Webs, es ist der jüngste Beleg, wie man mit Hirnschmalz, etwas technischem Knowhow und einer Prise Romantik das Internet lukrativ nutzen kann. Es ist die Tellerwäschergeschichte vom 21-jährigen, britischen BWL-Studenten Alex Tew, der innerhalb von wenigen Monaten mit einer simplen Idee zum "lazy millionaire" wurde.



Alex Tew lag eines Abends auf dem Bett und überlegte sich, wie er sich das teure Studium finanzieren könne. Die Idee, welche ihm dann durch den Kopf schoss, ist so schlicht wie genial und hat ihn seiner monetären Sorgen entledigt und einen gewaltigen Medienhype provoziert. Die milliondollarwebsite.com besteht im Prinzip nur aus einem riesigen Feld von genau einer Million Pixeln. Jeder Pixel kostet genau 1 Dollar und kann zu Werbezwecken gekauft werden, Minimum liegt bei 100 Pixel pro Kauf. Mittlerweile gleicht Tews Seite einem Konfetti-Meer aus Werbeanzeigen und ist bis auf eine Fläche vollständig verkauft.


Die letzten 1000 Pixel werden bis heute Abend 18.42 Uhr über das Internetaktionshaus ebay versteigert. Momentanes Höchstgebot für die fliegenaugengroße Anzeigenfläche: satte 38.100 US-Dollar.

Der Schlüssel zum Erfolg einer Internet-Werbeplattform ist oft nur schwer zu erreichen, Alex Tew aber hat ihn gefunden und beispielslos eingesetzt: Alles dreht sich um die Aufmerksamkeit. Pixelkäufer sind an Werbeflächen nur dann interessiert, wenn diese auch wirklich gesehen bzw. angeklickt werden. Ohne die zahlreichen Pressemeldungen, sein eigenes Weblog und Mund-zu-Mund-Propaganda hätte die Site keine Chance gehabt. So aber ist Alex Tew nun Millionär, ein Internet-Millionär.

Kurios am Rande: Unter den Kunden auf der milliondollarwebsitefindet man bei genauem Hinsehen neben vielen Casino- und Singlebörsen-Anzeigen auch den TÜV Rheinland.