fudder-Interview

Die Freiburger Newcomer Lynxz spielen am Samstag ihr erstes Konzert

Benjamin Wissing

Was dabei herauskommt, wenn sich fünf junge Musiker zusammenschließen, um einen "kollektiven Luchs" zu erschaffen, kann man am kommenden Samstag im Kiez 57 bestaunen. fudder hat mit Lynxz gesprochen.

Stellt Euch doch bitte vor.

Lisa: Hi, wir sind fünf junge Musiker aus Freiburg, zusammen sind wir die Band Lynxz.
Patrick: Namentlich wären das: Gian mit seiner Gitarre, Chris an den Keys, Gilang ist für den Bass verantwortlich, Lisa bringt ihre Stimme mit und meine Wenigkeit sitzt am Schlagzeug.

Was ist Euer musikalischer Background?

Patrick: Alle studieren Musik an der Hochschule Macromedia in Freiburg – außer ich. Meine musikalische Sozialisation liegt eher im Funk- und Jazzbereich. Vor zwei oder drei Jahren habe ich für kurze Zeit in einer Indierock-Band gespielt, wodurch die Lust am Rock gewachsen ist. Seit Oktober 2018 proben wir gemeinsam als Lynxz, sozusagen der vorläufige Höhe- und Endpunkt der Reise.
Lisa: Patrick und ich hatten gemeinsam ein paar Anläufe, haben immer wieder zusammen Musik gemacht. Bis man die Leute einmal gefunden hat, mit denen man sowohl musikalisch, als auch persönlich auf einer Wellenlänge liegt, kann es allerdings schon eine Weile dauern.



Weshalb habt ihr Euch den Luchs als Namensgeber ausgesucht?

Lisa: Zuerst einmal sieht das Wort mit unserer eigenwilligen Pluralform einfach verdammt cool aus. Der Luchs ist für uns ein sehr mystisches Tier, dass man nie so richtig zu Gesicht bekommt. Ein Einzelgänger, der das tägliche Leben aus einer gewissen Distanz betrachtet – so zumindest unsere Interpretation.
Patrick: Der Luchs passt einfach gut zu uns, da wir fünf Individuen, fünf Einzelgänger sind, die sich in Form einer Band zusammengefunden und sozusagen einen kollektiven Luchs hervorgebracht haben.

Und das ist machbar, sich mit fünf Einzelgängern zusammenzuschließen und eine Band zu gründen?

Patrick: Es scheint zumindest so. Dadurch, dass wir alle an einem musikalischen Strang ziehen, entwickelt sich doch allmählich so etwas wie eine Einheit aus fünf Einzelgängern.
Lisa: Grundsätzlich kommen wir aus verschieden musikalischen Richtungen. Von Grunge über Classic-Rock, bis Metal ist da alles dabei. Es fiel uns jedoch nicht sonderlich schwer, eine gemeinsame musikalische Wellenlänge zu finden.

Habt ihr Euch zu Beginn Eures Schaffens Gedanken über die musikalische Ausrichtung gemacht?

Patrick: Wir haben mit ein, zwei Coversongs begonnen und uns dann immer weiter an unseren Stil heran getastet. Nach und nach kamen die selbst geschriebenen Lieder hinzu und das Ganze hat sich kontinuierlich entwickelt.



Und wie würdet ihr Euren Stil beschreiben?

Lisa: Ich würde sagen, es ist sehr emotionaler Rock. Es lassen sich viele Untergenres des Rock finden, Classic-Rock, Progressive-Rock, aber man kann nicht sagen es ist genau diese oder jene Richtung. Durch Gians Gitarre kommt auch noch eine grungige Note hinzu. Nennen wir es doch einfach Alternative-Rock, da bleibt genug Spielraum für Interpretationen.
Patrick: Ich finde es sehr schwierig, unseren Stil genau zu benennen, da es so viele Einflüsse gibt, die eine Rolle spielen.

Wovon handeln Eure Texte?

Lisa: Das ist unterschiedlich. Wir haben einen Song, der davon handelt, wie sich jemand vorstellt ein Dieb zu sein, ein nicht so braves und angepasstes Leben zu führen. Ein anderer handelt von nicht erwiderter Liebe, wieder ein anderer vom Kiffen. Wenn ich so recht drüber nachdenke, ist eine Art von Flucht vor der Realität in eine eigene Welt ein relativ konstantes Thema. Es ist uns wichtig, auch die Tief- und Abgründe, vor denen man im Leben manches Mal steht, zu beleuchten und zu benennen. Das Leben der meisten Menschen ist nun mal keine unendlich steigende Erfolgskurve. Wer das behauptet, ist ein Lügner.
Patrick: Wir wollen niemanden belehren oder tiefgreifende Erkenntnisse vermitteln. Wir transportieren unsere Sicht der Dinge – und wer diese teilt oder es zumindest interessant findet, wie wir gewisse Verhältnisse sehen, der gehört zu unserem Publikum. Wir wollen unser Ding machen, und wenn andere Menschen Spaß daran haben umso besser.

Welche Zukunftspläne gibt es mit Lynxz?

Patrick: Ziel Nummer eins ist es, so viele Auftritte wie möglich zu spielen und Bühnenerfahrung zu sammeln. Auch, wenn wir alle bereits vor Publikum musiziert haben, ist es in dieser Besetzung noch sehr neu und braucht die Spielpraxis.
Lisa: Wir wollen eine Hörerschaft aufbauen, ohne uns irgendwelchen Mainstream-Gesetzen zu unterwerfen, sondern sodass wir wir selbst bleiben. Die Musik lebt nur, weil wir frei zusammenspielen, weil wir sie nicht bis ins letzte Detail durchkonstruieren. Wir machen Musik der Musik wegen und wollen nichts verfälschen oder uns aufgrund irgendwelcher PR-Überlegungen beschränken.

  • Was: Lynxz - Alternative Rock Explosion
  • Wann: Samstag, 13. April, 20 Uhr
  • Wo: Kiez 57