Die Freiburger Klezmer und Balkan-Band "Die Haiducken" bringen ihre erste CD raus

Felix Klingel

Die Haiducken spielen eine Mischung aus tanzbaren Klezmer und Balkan-Songs sowie ruhigeren und träumerischen Stücken. Am Samstag feiern sie mit einem Konzert das Release ihrer ersten CD – fudder hat mit Bandmitgied Jörg darüber gesprochen.

Jörg, die Haiducken spielen Klezmer und Balkan – nicht gerade Musik, die jede zweite Band macht. Wie kamt ihr dazu?

Jörg Reinhart: Das kam durch einen ehemaligen Bandkollegen, der jetzt gar nicht mehr dabei ist. Er war in der Musik relativ gut drin. Wir haben das Projekt dann weitergeführt, inzwischen seit 2 Jahren in einer konstanten Besetzung. Von den Gründungsmitglieder ist aber tatsächlich niemand mehr dabei.

Spielt ihr traditionelle Lieder oder schreibt ihr die Sachen selbst?

Beides. Wir haben traditionelle Stücke nach unserem eigenen Geschmack komponiert und schreiben eigene Lieder. Meistens arbeiten wir mit Lead Sheets zu den Stücken, auf denen Melodie und Akkorde stehen und den Rest basteln wir darum herum auf.



Dabei kommen unter anderem Akkordeon, Klarinette und Didgeridoo zum Einsatz. Habt ihr die Instrumente extra für diese Musik gelernt?

Nein, alle Hauptinstrumente konnten wir schon vorher spielen. Nur das Didgeridoo kam erst während der Zeit bei Haiducken dazu, aber das hat Andi einfach aus Bock gelernt und wir haben gesagt: Dann bauen wir es auch ein!

Eure Musik klingt sehr tanzbar – ist aber auch immer mal wieder ziemlich melancholisch.

Ja – unsere Bandbreite ist relativ groß. Wir haben auf jeden Fall einige anrührende Stücke dabei, aber auch viele Tanzkracher. Und eben alles mittendrin.

Eure erste CD heißt: "Di nakht iz do tsum tanzn". Dem Namen nach sind dort eher die tanzbaren Songs drauf, oder?

Ja, hauptsächlich. Es gibt aber auch ein paar wirklich ruhige Lieder.

"Di nakht iz do tsum tanzn" – was ist das für eine Sprache?

Das ist jiddisch. Wir hatten die Idee mit "Die Nacht ist zum Tanzen" und wollten das auf jiddisch haben. Also haben wir das in den Google Translator getippt und es kam raus "di nakht iz far dansing". Als es dann auf die CD zuging und es ernst wurde haben wir mal bei einem Judaistik-Dozenten angefragt, ob das so überhaupt korrekt ist. Stimmte natürlich gar nicht – aber die Schreibweise seiner korrigierten Version hat uns nicht so wirklich gefallen, die wirkte ein bisschen wie bayrisch. Also haben wir jetzt unsere eigne Form in englischer Schreibweise genommen.



Und was bedeutet euer Bandname "Die Haiducken"?

Die Haiducken waren früher Wegelagerer in Osteuropa, die Postkutschen und reiche Leute ausgeraubt haben und die Beute teilweise Robin Hood-mäßig an die ärmeren Leute verteilt haben.Sie waren einerseits Kriminelle, habe sich andererseits als Freiheitskämpfer und Helden gesehen. Wir mögen diese Ambivalenz des Wortes.
Über die Band

Die Freiburg Band "Die Haiducken" spielen seit sches Jahren in verschiedenen Besetzungen. Seit zwei Jahren sind sie in der aktuellen Besetzung: Jörg (Akkordeon), Mutram (Kontrabass), Matze (Drums), Andy (Klarinette) und Mario (Gitarre). Am kommenden Samstag veröffentlichen sie ihre erste CD "Di nakht iz do tsum tanzn" und geben zur Feier ein Konzert im Jazzhaus.

Was: CD-Release Konzert "Die Haiducken"
Wann: Samstag, 9. Dezember, 20 Uhr
Wo: Jazzhaus, Freiburg
Tickets: 14 Euro (10 ermäßigt) bei BZ-Ticket