Bäderbilanz

Die Freiburger gingen diesen Sommer 460.000 mal ins Freibad

Simone Höhl

Freiburgs Bäder GmbH zeigt sich mit den Besucherzahlen der Sommersaison zufrieden. Wetter, Wodka und Waffenfunde trüben die Bilanz allerdings etwas.

Regnerisch und herbstlich ist es – und damit das perfekte Wetter, um die Freiburger Freibadsaison abzuschließen. Die Bilanz fällt mit 461 000 Badbesuchen sehr gut aus, kratzt aber nicht am Allzeitrekord, was daran liegt, dass es auch im Sommer immer mal wieder geregnet hat. Erstmals waren wegen Problemen mit Jugendgruppen Eingangskontrollen im Strandbad nötig. Sie haben sich bewährt: Gefunden wurden Waffen und Wodka.


Seit Sonntagabend ist die Saison beendet

Zuletzt hatte das Strandbad noch die Saison verlängert, doch am Sonntagabend hieß es für die Freiluftschwimmer: Es ist Badeschluss. Fast 250 000 Mal waren bis dahin Gäste ins Strandbad gekommen, bilanzierte am Montag die kommunale Regio Bäder GmbH. Damit rangiere dieser Sommer auf jeden Fall unter den Top Fünf seit er im Strandbad arbeitet, sagte Betriebsstellenleiter Michael Lorenz: "Seit 30 Jahren." Genaugenommen waren es nur 8000 Besucher weniger als in der bisher stärksten Strandbad-Saison im Sommer 2015, dabei wurde dieses Jahr erst am 1. Mai geöffnet, so Lorenz.

Zuvor war es einfach zu kühl, erklärte Marion Uerlings, die Sprecherin des Stadtbau-Verbunds, zu dem die Bäder GmbH gehört. Das Strandbad hat traditionell als erstes und als letztes der drei Freiburger Freibäder geöffnet. Im Sommer war das Wetter insgesamt durchwachsen. "Es gab regnerische Phasen, in denen die Bäder nicht so stark frequentiert wurden", sagte Sprecherin Uerlings. Doch insgesamt sei es ein sehr gutes Freibad-Jahr gewesen. Ins Lorettobad und ins St. Georgener Freibad gingen die Badegäste fast 212 000 Mal.

Der stärkste Tag der ganzen Saison war der 30. Juni – ein Sonntag, an dem fast 12 000 Menschen allein ins Strandbad strömten und die 85 Jahre alte Einrichtung an ihre Kapazitätsgrenze brachten. Nicht nur an diesem Tag gab es Ärger mit Jugendgruppen und einen Polizeieinsatz: Weil das immer öfter vorkam, stockte das Strandbad den Sicherheitsdienst auf und führte Taschenkontrollen ein.

Dabei wurden zum Beispiel Haschisch, ein Schlagstock, Messer und Hochprozentiges zu Tage gefördert, erzählte Strandbad-Chef Lorenz. Damit sei man dem Problem Herr geworden. "Das hat gefruchtet." Schon einige Jahre gibt es in den Freibädern Security – auch präventiv. Dabei will die Bäder GmbH auch im nächsten Jahr bleiben.

Das Strandbad wird jetzt winterfest gemacht

"Ansonsten war’s ein ganz toller Sommer", sagte Lorenz: Strand, Beachvolleyball und Minigolf hätten die Besucher auch bei mauem Wetter gelockt. Und natürlich zog die neue Wasserrutsche, die mit warmem Wasser betrieben wird, so Lorenz. Er sät nun Rasen nach, den der Rutschenbau strapazierte, leert das Nichtschwimmerbecken, versorgt Chemikalien und macht Freiburgs größtes Freibad winterfest. Ins große Becken werden zum Winter Rohre mit Löchern gebaut, durch die das Wasser zirkuliert, damit es nicht gefriert, erklärte der Badchef: "Sonst würd’s uns die Plättle lupfen."
Baden in Zahlen

Gut 461.000 Menschen besuchten die drei Freibäder von 1. Mai bis 22. September 2019. Im Strandbad waren es 249.351, im Lorettobad 101.543 und im Freibad St. Georgen 110.120. Der beste Tag war der 30. Juni mit weit über 18.300 Besuchern, davon gut 11.700 allein im Strandbad. Die höchste Zahl verbuchten die drei Freibäder im Sommer 2003 mit 546.000 Besuchen. Das Strandbad aber toppte seinen Wert von damals 2015 mit 258.500 Gästen.