Porträt

Die Freiburger Band Catastrophe Waitress hat sich neu erfunden

Johannes Ioannu

Musik für eure Omas, wenn sie englisch könnten: Die Freiburger Band Catastrophe Waitress ist zurück auf der Bühne. Am 31. Oktober spielen sie im Great Räng Teng Teng. fudder verlost Tickets und stellt die Musiker vor.

In neu-alter Besetzung starten Catastrophe Waitress zu fünft in ihre Herbsttour. Sie machen, in gewohnter Manie, Musik für Jedermann mit Texten, "die eure Oma lieben würde – wenn sie Englisch könnte." Mit Klampfe und Gesang deckt Maggie den Hauptteil des gesanglichen Parts ab. Die zweite Stimme singt Nicky. Zusätzlich spielt sie Geige – da das ihrer inneren Muse scheinbar aber nicht reicht, hat sie sich prompt zur "Klimbim"-Expertin der Band erkoren – wie sie sich selbst scherzhaft bezeichnet. Unterstützt wird das Gesangsduo von Stefan am Kontrabass und Niki am Schlagzeug. Neu dabei ist Hannes, der das musikalische Gespann am Klavier perfekt ergänzt. Zusammen stehen sie für den unverkennbaren, ruhigen Sound, den Fans schon aus dem namenlosen, ersten Album der Band kennen – allerdings mit neuer Note.


Die Sache mit dem Namen

Viele Bands könnten ein Lied dazu singen, Catastrophe Waitress wahrscheinlich ein ganzes Album darüber schreiben. Zuvor noch als "Forks in the Snow" unterwegs, änderten sie zum Erscheinen ihres Debütalbums 2017 ihren Namen zu Catastrophe Waitress: "Es sei mal dahingestellt, wie gut der Name auszusprechen ist", scherzt Maggie. Aber hat man die Aussprache einmal gemeistert, hat der Name auf jeden Fall Wiedererkennungswert. "Man hat ja auch direkt ein Bild vor Augen. So ne Bedienung, die halt ständig das Tablet fallen lässt. Das passt auch ein bisschen zu uns; also vielleicht nicht von der Musik, aber von der Art her", sagt Maggie. Gerade dieser Witz mit einem Hauch Selbstironie ist es, der Catastrophe Waitress so charmant auf der Bühne macht. Der Name ist übrigens an die Band Belle and Sebastian und ihr Lied "Dear Catastrophe Waitress" angelehnt – der damaligen Lieblingsband von Sängerin Maggie.

Wiedererkennungswert mit Polaroids aus den 60ern

Erkennt man die Band nicht an ihrem Namen wieder, dann sicherlich an ihren Plakaten und Flyern. Diese wirken wie kleine Kunstwerke durch die Abbildungen alter Polaroid-Fotographien. "Das ist so ne Masche", erklärt Maggie, "die Bilder hatten immer schon eine magische Anziehungskraft für mich." Kein Wunder, es sind alles alte Familienfotos von ihr. Um die zu finden, hat sie auch gern die eigene Mutti auf die Bilderjagd angesetzt – und der Band gefällt’s. "Es ist so schön, unsere Musik in diesen Bildern nochmal verpackt zu haben", sagt Nicky, "Maggie ist halt einfach der künstlerische Kopf von uns." Das Bild, das sie für die Plakate und Flyer der Herbsttour ausgewählt haben, ist übrigens das gleiche Bild, wie auf ihrem Debütalbum; nur eben ein paar Jahre später – irgendwie ganz passend.



Auch sonst macht die Band alles allein. Vielleicht auch deshalb, weil sie noch kein Label hat. Ob Proben, Hin- und Rückfahrt bei Konzerten, Präsenz in den Medien oder das Auffinden von möglichen Locations für Gigs; all das gilt es selbst zu organisieren. "Wir müssen das schon sehr langsam aufbauen, so dass es sich selbst trägt", erklären die zwei Sängerinnen, "unser Video haben wir ja auch selbst gemacht; also auch Low-Budget." Gemeint ist das Musikvideo zu ihrer neuen Single "Gun". Das ist ihnen richtig gut gelungen. Beide Sängerinnen stehen in einer Art Zoetrop – auch Wundertrommel – und die Kamera filmt diese "bewegten Bilder".
"Wir haben gar keine Lust auf Schranken." Maggie

Dass die Band ihrem ganz eigenen Stil treu bleiben wird, beweist ihre neue EP. Trotzdem hat sich mit der Band auch ihr Sound verändert. Besonders eindrücklich zeigt sich das anhand ihrer frisch veröffentlichten Single "Gun". Man spürt deutlich mehr Soul, besonders am Beginn. Durch rhythmisches Schnippen, eine eingängige Bassline und orchestrale Einlagen wirkt das Ganze ruhig, fast melancholisch und lädt zum Träumen ein. "Mit dem neuen Song setzen wir auch ein neues Statement", erklärt Nicky. "Der Folk ist weg; zumindest jetzt im ersten Song." Was die Musik von Catastrophe Waitress genau ist, war immer schon schwer zu sagen. Die Songs entstehen einfach und wenn sie der Band gefallen, dann werden sie auch gespielt. "Wir haben gar keine Lust auf Schranken", erklärt Maggie, aus deren Feder die meisten Songs stammen. Nach eigener Aussage könnte man ihre Musik vielleicht noch am ehesten als "iFop" oder "iPolk" bezeichnen – also Indie-Folk-Pop oder doch Indie-Pop-Folk? Nicht einfach, der Musik ein bestimmtes Genre zuzuordnen; aber auch nicht nötig.

"Nicht immer nur in großen Schritten denken." Maggie

Was wir in Zukunft von Catastrophe Waitress erwarten können, bleibt noch offen. Fest steht, dass die Band auch weiter Lust hat, gemeinsam Musik zu machen. Auf die Frage, ob sie sich vorstellen könnte, in Zukunft vielleicht noch andere Instrumente mitaufzunehmen, antwortet Nicky: "Ich seh das eigentlich als endloses Fass, aber nur wenn es sich geil anhört." Als "Klimbim"-Expertin der Band muss sie es ja wissen. Ansonsten hat die Band keine großen Pläne für die Zukunft:, bis auf die Herbsttour vollenden und die neue EP rausbringen. "Nicht immer nur in großen Schritten denken", sagt Maggie.

Verlosung

fudder verlost unter allen Mitgliedern im Club der Freunde zwei Mal zwei Tickets für das Konzert von Catastrophe Waitress am Donnerstag, 31. Oktober um 20 Uhr im Great Räng Teng Teng.

Mitglied in fudders Club der Freunde kannst Du hier werden. Um zu gewinnen, schicke eine E-Mail mit deinem Namen und dem Betreff "Gun" an gewinnen@fudder.de.

Sollten keine Club-Mitglieder an der Verlosung teilnehmen, werden die Karten unter den restlichen Einsendungen verlost. Teilnahme ab 18 Jahren, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss ist Mittwoch, 30. November, um 10 Uhr. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.

  • Was: Catastrophe Waitress
  • Wann: Donnerstag, 31. Oktober, 20 Uhr
  • Wo: Great Räng Teng Teng
  • Eintritt: 8 Euro

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