Die erste elektronische Musik

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, wie man elektronische Musik macht ohne Fingerabdrücke zurückzulassen? Vor mittlerweile fast 80 Jahren erfand ein russischer Physikprofessor das erste voll funktionsfähige elektronische Musikinstrument, das ohne jegliche Berührung einen einmaligen Sound erzeugt. Kurz nach der glorreichen Oktoberrevolution begann Lev Sergejewitsch Termen mit einer Musikrichtung, wegen deren Fortentwicklung heutzutage schon wieder ein Club nach dem anderen schließen muss.

Lev Termen, der sich auch Leon Theremin nannte, erfand ein aus zwei Antennen und ein paar Oszillatoren bestehenden Kasten, der über einen Verstärker und Lautsprecher die ersten elektronischen Klänge erzeugte. Die Funktionsweise, die auf der Überlagerung von elektromagnetischen Schwingungen beruht, klingt für den Laien recht kompliziert, ist aber einfachste Physik. Dieser Schwebung genannte Effekt wird mit den Händen, die in den elektromagnetischen Feldern herumfuhrwerken, auf bestimmte Weise beeinflusst.


Während die rechte Hand des Thereministen die Tonhöhe bestimmt, ändert die linke Hand indirekt die Lautstärke des erzeugten Tones. Dabei kommt ein spacig klingender Ton heraus, der viele Komponisten zu recht modernen Stücken inspirierte, unter anderen Dmitrij Schostakowitsch. Aber auch in der Filmmusik wurde und wird dieses Instrument sehr gerne verwendet, vor allem für Science-Fiction-Filme wie „Mars Attacks!”, „Der Tag, an dem die Erde stillstand” oder einen „Babylon 5” -Fernsehfilm.

Durch seinen ungewöhnlichen Klang bekam das auch Ätherophon genannte Instrument ebenfalls einen Platz in der leicht psychedelisch angehauchten Musik der letzten Jahrzehnte: Von Led Zeppelin über die Beach Boys, Portishead, Muse, sogar Marilyn Manson und natürlich Jean-Michel Jarre verfielen viele Musiker diesem einzigartigen Klang.

Wie der Vorgänger aller Synthesizer klingt, könnt ihr hier in einer Theremin-Version des Gnarls-Barkley-Hits "Crazy" hören und vor allem sehen: