DFG ScienceTV: Einblicke in den Forscheralltag

Lorenz Bockisch

Die Welt der Grundlagenforschung ist für viele Normalbürger heutzutage nicht mehr verständlich. Um zu erklären, was ein promovierter Mathematiker erforscht oder warum Molekulargenetiker in chinesischem Waldboden graben, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Science-TV gegründet, wo eben diese Wissenschaft verständlich erklärt werden soll.



Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Grundlagenforschung und Wissenschaftler mit jährlich etwa 1,5 Milliarden Euro und hat auch eigene Forschungszentren bundesweit. Mit dem DFG-Science-TV will man in der nunmehr zweiten Staffel einige Projekte vorstellen. Für dieses Pilotprojekt wurden zehn Forschungen ausgewählt, deren Wissenschaftler über etwa ein halbes Jahr mit der Videokamera begleitet wurden.


Herausgekommen sind dabei jeweils 6 bis 13 knapp vierminütige Filme, die einzelne Aspekte der wissenschaftlichen Projekte einem jungen Publikum erklären sollen. Erkennbar ist die Zielgruppe daran, dass der Zuschauer vom Off-Sprecher konsequent geduzt wird. Die Filme schwanken stark in ihrer Erklär-Qualität, sie reichen aber in keinem Fall an "Sendung mit der Maus"-Niveau heran.

Es gibt einige, die etwa selbst schwierige mathematische Themen auch für Laien verständlich erklären. Dass man mit der "Diskreten Optimierung"  bei Routenplanern im Hintergrund berechnet, wie am besten von A nach B zu kommen ist, wird sehr anschaulich und interessant dargestelllt.

In anderen Clips hingegen kommen mittendrin plötzlich Sätze wie "Dann können bestimmte Zielgene aus dieser DNA mit spezifischen Primern in der Polymerasekettenreaktion amplifiziert werden" ohne jegliche weitere Erklärung vor (Beispiel: Funktion durch Vielfalt). Hier hätten ein paar Grafiken oder Animationen, die es in anderen Videos durchaus gibt, erläuternd eingreifen können. Dass einige Wissenschaftler vor der Kamera ein wenig hölzern agieren, wenn sie ihre Texte aufsagen, kann man ihnen jedoch nicht anlasten – das macht sie, im Gegenteil, eher sympathisch.

Insgesamt ist das DFG-Science-TV natürlich hauptsächlich eine Selbstdarstellung der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Aber im Bereich der Wissenschaft ist es durchaus eine herausragend moderne Public Relation, die deutlich mehr ist als Veröffentlichungen in Fachzeitschriften. Und vielleicht erreicht die DFG so auch ihr vordergründiges Ziel, junge Menschen für Spitzenforschung zu begeistern.

Mehr dazu:

  • Website: http://www.dfg-science-tv.de/" titel="">DFG-Science-TV
  • fudder: http://fudder.de/rubrik/blogs/forscher-blog/" titel="">Forscher-Blog
  • fudder-Video: http://fudder.de titel="">Eine Schlange aus Lego