CSD Freiburg 2018

Deutliche Mehrheit des Freiburger Gemeinderats will Parade durch die Innenstadt

Joshua Kocher

Der CSD soll über die Kaiser-Joseph-Straße führen – das fordern sechs der acht Fraktionen im Freiburger Gemeinderat in einem Schreiben an die Bürgermeister. Die Veranstalter haben derweil Klage eingereicht.

Der Konflikt um die Routenführung zum Christopher-Street-Day (CSD) am 23. Juni 2018 spitzt sich weiter zu. In einem fraktionsübergreifenden Schreiben an Oberbürgermeister Dieter Salomon und Bürgermeister Stefan Breiter kritisieren die Gemeinderatsfraktionen von Bündnis 90/ Die Grünen, SPD, Unabhängige Listen, JPG, Freie Wähler und FDP die "ablehnend-zögerliche Haltung der Stadt" in Bezug auf die Routenführung der CSD-Parade.


Bürgermeister sollen eine Demo durch die Innenstadt ermöglichen

Die Stadt hegt Sicherheitsbedenken, die von der großen Menschenmenge und den zahlreichen Lastwagen ausginge, das wurde Anfang der Woche deutlich. Sie lehnt deshalb einen Umzug durch die Kaiser-Joseph-Straße konsequent ab.

Das kritisieren die Unterzeichner des Schreibens. Die Stadtverwaltung habe durch die Ablehnung bereits einen Imageschaden davongetragen, der sich vor allem in den sozialen Netzwerken niederschlage. Die Ratsfraktionen fordern die beiden Bürgermeister auf, die Demonstration auf der Kaiser-Joseph-Straße zu ermöglichen. Die CSD-Demo sei eine "für die Stadt bedeutsame Großveranstaltung, (...) die als Ausdruck für eine offene Stadt" verstanden werden müsse.

"Es ist nur konsequent, den CSD über die Kaiser-Joseph-Straße zu führen"Chantal Kopf, Kreisvorsitzende der Grünen
Der CSD stelle zudem eine Veranstaltung mit hoher politischer Relevanz dar. In einer weiteren Pressemitteilung äußerten sich die Grünen zu dieser Forderung: "Es ist nur konsequent, den CSD über die Freiburger Hauptstraße, die Kaiser-Joseph-Straße, zu führen", wird Kreisvorsitzende Chantal Kopf zitiert.

Auf dieser Strecke möchte die Stadt die Parade führen:



"Wir freuen uns über diese Unterstützung" sagte Ronny Pfreundschuh vom CSD-Verein gegenüber der BZ. Bei einem Treffen am vergangenen Donnerstag mit dem Ordnungsamt und der Polizei hätten die Gesprächspartner schnell klar gemacht, dass über die Kajo nicht verhandelt werde.

"Wir haben heute einstweiligen Rechtsschutz beim Verwaltungsgericht beantragt", so Pfreundschuh. "Der Verein sieht derzeit keine andere Möglichkeit, als die Rechtsfragen die hier im Raum stehen richterlich prüfen zu lassen." Die Veranstalter hoffen, einen Zug durch die City so erzwingen zu können.

In der Sitzung des Hauptausschusses am kommenden Montag, 18. Juni, soll über die Thematik, so der Wunsch der Gemeinderäte, gesprochen werden. Das werde auch definitiv zur Sprache kommen, bestätigte Rathaussprecherin Edith Lamersdorf. Die Verwaltung habe das Schreiben erhalten.

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