"Der Nino aus Wien" spielt am Samstag im Swamp

Julia Caspers

Seine Musik ist eine Mélange aus Melancholie und ausgeprägter Lethargie – eine verrauchte Liebeserklärung an die Wiener Bohème. Am kommenden Samstag kommt "Der Nino aus Wien" ins Swamp.

Während Wanda und Bilderbuch die großen Hallen des Landes erobert haben, ist der Nino aus Wien ein eher zurückhaltender Vertreter. FM4-Hörer im Ländle kennen ihn schon länger und so langsam gewinnt er auch deutschlandweit Aufmerksamkeit.


Das jüngste Album erschien vor einem Jahr

Seit über 10 Jahren macht der 30-jährige Nino Mandl schon Musik, die ersten Lieder hat er noch über die Plattform myspace verbreitet. Kurz darauf hat ihn das österreichische Independent-Label ProblemBär Records unter Vertrag genommen, seitdem reiht sich Album an Album.

Seine Musik feiert das Phlegmatische, was sich in so wunderbar schwerfälligen Zeilen wie "Es lebe der Schlaf" oder auch "Was soll ich anderes als gar nichts machen" widerspiegelt. Sie stammen aus seinem letzten Album, das im Frühling vergangenes Jahres erschienen ist. Es trägt den Namen "Wach", dabei klingt er meistens, als sei er gerade erst aus dem Bett gekrochen. Nino gewährt Einblicke in sein Leben, besingt seine Lieblingskneipe in Wien oder die fiktive Sandy Simmons, mit der er gerne zusammen die Kinks hören würde.

Video: Coco Bello


Seine Musik durchweht ein lustvoller Hang zum Morbiden, den man wohl nirgends so gut zelebrieren kann wie in Wien. Tod und Leben, das gehört hier zusammen und so heißt es dann auch mal an anderer Stelle "Das Leben wird das Sterben sein." Er scheint diese Antipoden von Tod und Leben, Trauer und Freude zu mögen. Es ist daher kein Widerspruch, dass eine der wenigen tanzbaren Nummern der Platte den schrägen Titel "Tränen machen wach" trägt.

Mit Wiener Schmäh vorgetragen klingt die Musik noch eine Spur träger und eindrucksvoller als im Hochdeutschen. Und auch vor der im Austropop weit verbreiteten Italiensehnsucht ist er nicht gefeit. Der Song "Coco Bello" ist gar eine Hommage an das beschauliche Adriastädtchen Jesolo und seine Kokosnussverkäufer.
Trotz allem Hang nach Müßiggang täuscht nichts darüber hinweg, dass hinter dem "Nino aus Wien" ein hochkreativer Kopf steckt, der fast jedes Jahr ein neues Album veröffentlicht. "Ich bin dankbar gegenüber der Musik, dankbar für diese Beschäftigung. Aus Respekt bin ich so produktiv. Ich kann gar nicht anders, als immer neue Lieder zu schreiben." sagt Nino.

Video: Sandy Simmons

Getreu diesem Motto ist die kommende Platte für den Herbst 2018 geplant. Wer so viel zu erzählen und zu komponieren hat, kann so verschlafen eigentlich nicht sein?
  • Was: Der Nino aus Wien, Konzert im Swamp
  • Wann: Samstag, 24. März, 21 Uhr
  • Wo: Swamp, Talstraße 90, 79102 Freiburg im Breisgau
Karten im Vorverkauf kosten 15 Euro, an der Abendkasse 18 Euro