Der große Schnee

Markus Hofmann

[Update 10.50 Uhr: neue Meldungen aus Freiburg] Freiburg und Südbaden versinken im Schnee. Binnen 24 Stunden sind im Schwarzwald 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee gefallen. Leider hat die weiße Pracht nicht allen Menschen Freude bereitet - auf den Straßen und in den Städten ist es zu zahlreichen Unfällen und Behinderungen gekommen. Nach Angaben des Innenministeriums in Stuttgart wurden seit Freitag bei 634 Unfällen vier Menschen getötet und 104 verletzt. In diesem Beitrag bündeln wir alle Meldungen der Polizei, die sich mit dem großen Schnee in Freiburg und der Regio beschäftigen (wird aktualisiert).



Ebringen: Schneeräumer schwer verletzt

Ein 65 Jahre alter Mann ist am Sonntagnachmittag, um 15.30 Uhr, in Ebringen bei Schneeräumarbeiten schwer verletzt worden. Der Mann war damit beschäftigt, sein Carport von den Schneemassen zu befreien. Dabei war er von der Leiter gerutscht und hatte sich beim Aufprall schwere Kopfverletzungen zugezogen. Er wurde mit einem Hubschrauber nach Freiburg in die Uniklinik geflogen. Die Verletzungen sind nicht lebensgefährdend.

Schallstadt: Autofahrerin schwer verletzt

Eine 31 Jahre alte Autofahrerin ist am Sonntagabend, um 19.45 Uhr, auf der K 4980 zwischen Schallstadt und Mengen bei einem Unfall schwer verletzt worden. Sie fuhr mit ihrem Golf in Richtung Schallstadt und kam auf schneeglatter Fahrbahn nach links und stieß dort mit einem entgegenkommenden Mercedes zusammen.

An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden in Höhe von 7.000 Euro. Polizei, Rettungssanitäter, Notarzt und Feuerwehr waren an die Unfallstelle gerufen worden. Die K 4980 war bis kurz vor 22 Uhr für den Verkehr voll gesperrt. Die Golffahrerin musste mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus nach Freiburg gebracht werden.

Feldberg: Lawinenabgang auf der B317

Direkt vor den Augen der Polizei und des Räumdienstes ist am Sonntagmorgen gegen 7.10 Uhr ein Lawinenabgang auf der B 317 (Feldberg) erfolgt. Auf einer Länge von circa 100 Metern türmte sich die Schneemenge bis zu zwei Meter hoch auf die Fahrbahn. Personen- und Sachschaden entstand zum Glück nicht. Die B 317 war bereits am Abend wegen der starken Schneefälle für den Verkehr vollgesperrt worden. Seit 10 Uhr ist die Straße wieder befahrbar.



Schluchsee: Frau von Schneefräse verletzt

Ein schwerer Unfall hat sich am Samstagabend gegen 21 Uhr bei Schneeräumarbeiten in Schluchsee ereignet. Ein Ehepaar wollte sein stark verschneites Anwesen teilweise vom Schnee räumen. Während die Ehefrau das Dach eines Wintergartens mit Hilfe eines Gartengerätes vom Schnee befreite, räumte ihr Mann den Platz hinter seiner Frau mit einer Schneefräse.

Gerade als er hinter seiner Frau vorbeifuhr löste sich von dem Dach eine Lawine, weshalb die Frau nach hinten auswich und mit einem Bein in die Schneefräse geriet. Die Hose verfing sich und das Bein der Frau wurde in die Fräse gezogen. Hierbei erlitt die Verletzte erhebliche Fleischwunden und Knochenabsplitterungen. Die Frau wurde mit dem Rettungswagen in die Uniklinik nach Freiburg transportiert.



Steinenstadt: Zwangspause für Reisebus

Bei starkem Schneefall kam am Samstagabend gegen 19 Uhr ein mit 30 Reisenden besetzter französischer Reisebus auf der L 134 bei Steinenstadt mit den rechten Rädern von der befestigten Fahrbahn ab. Der Bus blieb im Straßenbord stecken. Erste Befreiungsversuche scheiterten, so dass schließlich das Technische Hilfswerk Müllheim mit schwerem Gerät anrückte. Dreieinhalb Stunden später, gegen 22.30 Uhr, konnten die Reisenden wohlbehalten ihre Fahrt nach Mulhouse fortsetzen.



Badenweiler: Auto bleibt im Schnee stecken

Am späten Samstagnachmittag meldete sich ein verzweifelter Autofahrer bei der Polizei in Müllheim. Wegen einer Panne war er mit seinem PKW auf dem Kreuzweg (1100 m) liegengeblieben. Aufgrund der starken Schneefälle konnten ihn weder Abschleppdienst noch Taxi aus seiner misslichen Lage befreien. Der Autofahrer wurde von einem Räumfahrzeug der Straßenmeisterei Müllheim aufgenommen und sicher zu Tal gebracht.