Der EHC Freiburg spricht mit der Stadt und hilft den Wölfen

Dirk Philippi

Betroffen von der Ertüchtigung der Eishalle im Freiburger Westen und den damit verbundenen Ausfallkosten sind sowohl die Profis der Wölfe Freiburg GmbH als auch der Gesamtverein des EHC Freiburg mit seinen Amateur- und Nachwuchsmannschaften. In der Strategie der Problembewältigung unterscheiden sich beide jedoch.



Während die Wölfe Freiburg GmbH, die für den Eishockey-Profispielbetrieb zuständig ist und ihre Existenz durch die Nicht-Übernahme der Ausfallkosten durch die Stadt akut gefährdet sieht, unter Zeitdruck den Weg der Konfrontation mit den Stadtoberen gewählt hat, spricht der Eishockey-Gesamtverein, der EHC Freiburg, in seiner heutigen Pressemitteilung von einem konstruktiven Dialog mit der Stadt Freiburg.


Pressesprecher Werner Karlin erklärt, dass die derzeitig angelaufenen Baumaßnahmen natürlich auch in Bezug auf die Amateur- und Nachwuchsmannschaften gravierende Einschränkungen für den üblicherweise im August startenden Betrieb der Halle und den Trainings- und Spielbetrieb der Nachwuchsmannschaften mit sich bringen.

Für den Verein EHC Freiburg e.V. entstünden – wie für die GmbH - dadurch sowohl Einnahmeverluste als auch Mehrausgaben. So kann der Verein etwa durch Trainingslager auswärtiger Mannschaften in Freiburg keine Eismietzahlungen erzielen und muss für den eigenen Nachwuchs andere Eisflächen teuer anmieten.

Wegen dieser zusätzlichen Belastungen, so Karlin, stünde man aber über das zuständige Sportamt in einem konstruktiven Dialog mit der Stadt Freiburg. Karlin betont, dass die Wölfe Freiburg GmbH auf ausdrücklichen Wunsch eigene Verhandlungen mit der Stadt Freiburg aufgenommen hatte. GmbH-Sprecher Holger Döpke legt derweil Wert auf die Feststellung, dass auch die Wölfe um einen konstruktiven Dialog bemüht waren und sind, sie aber aufgrund der akuten Notlage (Zahlungs-Absage 1 Woche vor Lizensierungsschluss; Anm. d. Red.) gezwungen waren, deutliche Worte zu sprechen.

Dabei hat die Stadt Freiburg gegenüber dem vertraglichen Mieter der Eishalle, dem EHC Freiburg e.V. bereits ihr Entgegenkommen signalisiert. So will man etwa die Kosten für den vom EHC beschäftigten Eismeister übernehmen und hat zumindest für die athletische Ausbildung eine Sporthallennutzung angeboten. Über finanzielle Zahlungen dagegen sei noch keine Entscheidung getroffen: „Wir sehen dies bei der Stadt in der Bearbeitung“, so Karlin.

Was die Spielbetriebsproblematik der Profis angeht, so spricht der Verein in seiner Pressemeldung davon, dass man der außergewöhnlichen Hallensituation dadurch Rechnung getragen hat, dass dem Profi-Eishockey-Team der Wölfe Freiburg GmbH für die kommende Saison bei den Konditionen der Hallennutzung so weit wie möglich entgegen gekommen wurde.

Karlin spricht auf Nachfrage gar von von einem „erheblichen Entgegenkommen“ bei der Aushandlung des neuen Kooperationsvertrages zwischen dem Verein und der GmbH, wobei man die aktuelle Situation berücksichtigt habe und hofft, dadurch zur Lösung der akuten Problematik und zum Fortbestand des Freiburger Profi-Eishockeys beigetragen zu haben.