Das waren die sechs besten Momente bei Olli Schulz auf dem ZMF

Leah Biebert

Nach einem vermurksten Konzert im Jahr 2008 kommt der Singer-Songwriter und Entertainer Olli Schulz zurück nach Freiburg und beglückt auf dem ZMF das Publikum mit ehrlicher Musik, derbem Humor und Konfettikanonen. Sechs Highlights vom Konzert.



1. Olli Schulz’ Jonglage mit dem Mikrofon

Der Bass wummert zu den Schlägen des Schlagzeugs, Schulz lässt sein Mikrofon zu dessen Rhythmus von einer Hand in die andere fallen, wirft es in die Höhe, fängt es hinter dem Rücken auf, wirft es seinem Tourmanager zu – da löst sich das Kabel. Es dauert eine Weile, bis er es wieder angeschlossen hat, die Menge johlt vergnügt, Schulz nimmt es mit Humor. Schlenzt das Mikro einmal unterm Bein durch und singt weiter, als wär nichts passiert.



2. Als er seine Band im Freestyle-Rap vorstellt

"Sie ist experimentell, sie ist schnell, sie ist aus Australien. Gibt’s heut Abend Drinks? Egal, ich zahl sie denn! (hey, das war nicht schlecht) Sie denkt sich, Alter, hör mal auf, ich krieg hier weiche Knie. Sorry for the long introduction. An der Gitarre: Kat Frankie!" So und so ähnlich rappt Schulz sich durch alle seine fünf Bandmitglieder, geht dabei auf ihre Frisuren ein, auf ihre Bandgeschichte, vergleicht sie mit Figuren aus der Muppet-Show – mit eindeutig hamburgischer Sprachmelodie.

3. Als er sich unters Publikum mischt

Olli Schulz steigt von der Bühne herab, die Reihen lichten sich für ihn. Im Laufen singt er seinen Song weiter, Phase. Das Mikrofonkabel hält er in die Höhe, damit sich niemand drin verheddert. Sein Weg durchs Publikum führt ihn zum Bühnenmast, er klettert kurzerhand ein paar Sprossen empor. Ein paar graue Haarsträhnen stehen vom Kopf ab, auf der Rückseite seines Thin-Lizzy-Shirts stehen in Rot die Worte "still dangerous". Über den Köpfen der Menge setzt er zum Refrain an: "Sie ist grad in so Phase, wo sich alles um sie dreht…"

4. Das große Plädoyer für die Menschheit

"Ich bin in Freiburg und blicke in viele einfache Gesichter." In Dresden habe er das nicht sagen können, erklärt er ernst, als er Lacher aus dem Publikum erntet. Olli Schulz ist nicht nur wortwitziger Komödiant und Geschichtenerzähler, er übt auch Kritik: An der Oberflächlichkeit der sozialen Medien, an der AfD und der Hip-Hop-Szene. "Ich glaube, dass die Liebe das einzige ist, was uns retten kann", beendet er sein großes Plädoyer für die Menschheit.

5. Angie

"Angie!", quietscht Schulz, die Stimme Mick Jaggers imitierend. "Angie! – wo kommt der Song eigentlich her?", fragt er dann. "Was hat diese Angie eigentlich gemacht?"

6. Die Aussöhnung mit dem Freiburger Publikum

Zur Zugabe kommt Schulz allein auf die Bühne. Er will die Geschichte erzählen, die sich um seinen Freiburg-Auftritt im Jahr 2008 rankt. Er sei an diesem Abend über den Tod seiner Großmutter informiert worden, habe dann im Jazzhaus ein so schlechtes Konzert geliefert. Das habe an seinem Ego gekratzt. Sein Beschluss: "Ich komme nie wieder nach Freiburg". "Niemand kann etwas dafür, die Stadt kann nichts dafür", erklärt er. "Das wollte ich einfach nur mal mit euch teilen." Und dann spielt er, allein mit seiner Gitarre im roten Scheinwerferlicht, den Song Der Kleine Bär. Das einzige seiner Lieder, das, wie er sagt, seiner Oma gefallen habe.

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