Märchen für Minis

Das Theater Freiburg zeigt erstmals ein Stück für Kleinkinder

Fabian Vögtle

Puppenspiel, Tanz und Musik: Mit "Glupsch" zeigt das Junge Theater derzeit ein Stück, das für die Kinder von zwei bis fünf Jahren konzipiert wurde.

Puppenspiel, Tanz und Musik. Mit "Glupsch" zeigt das Junge Theater derzeit ein Stück, das für die kleinsten Besucherinnen und Besucher konzipiert wurde. Neben den beliebten und längst etablierten Märcheninszenierungen zur Weihnachtszeit öffnet das Stadttheater Freiburg damit erstmals seine Türen speziell für Zwei- bis Fünfjährige. Es ist auch der Versuch, schon mal das Publikum von morgen für die Bühnenkunst zu begeistern.


Im Mittelpunkt steht, oder besser gesagt sitzt ein liebevoll gebastelter Papiermensch. Es geht um seinen ganz eigenen kleinen Kosmos und auch um den seines Hundes. Was geht gerade in den beiden vor, welche Wünsche und Sorge haben sie? Die Figurenspielerin Vanessa Valk, die Tänzerin Maria Pies und der Choreograph Graham Smith führen die kleinen Zuschauer in diese poetische Welt von Freundschaft und Liebe ein.

Eine Violinistin des Philharmonischen Orchesters und eine Pianistin begleiten das Märchen. "Durch die Musik entsteht ein Zauber", sagt Smith, der das szenische Konzert für Kleinkinder zusammen mit Valk und Carola Meyer auf die Bühne im Werkraum gebracht hat (Ausstattung: Viva Schudt). Dabei dürfe es schon ein bisschen finster, unheimlich, ja gespenstisch zugehen, findet der Tänzer und künstlerische Leiter – den Namen

Wenige Objekte mit Tanz zum Leben erwecken

"Glupsch" habe man ja nicht zufällig als Titel für die Freiburger Inszenierung gewählt. Das Ziel sei natürlich nicht, dass sich alle Kinder gruseln, schreien und dann voller Angst das Stadttheater verlassen, aber weinen dürften sie schon, sagt Smith und betont: "Letztlich sehen und lesen die Kids sowieso, was sie wollen."

Und genau das sei auch der Vorteil bei einem so jungen Publikum. Es reiche bei den Kleinen völlig aus, ein paar wenige Objekte mit Tanz zum Leben zu erwecken und ihnen damit die Welt einer Hauptfigur näher zu bringen.

Um die Konzentration bei den Zwei- bis Fünfjährigen über eine gewisse Zeit zu halten, müssten die Musikerinnen immer wieder Spannung erzeugen, erklärt Smith. Und wie lange lassen sich die jüngsten Besucherinnen und Besucher bei Laune halten? Eine halbe Stunde sei ein gutes Maß. "Glupsch" dauert rund 35 Minuten. Für den US-Amerikaner, der seit 2012 künstlerischer Leiter des Jungen Theaters im Bereich Tanz ist, kann es altersmäßig gar nicht früh genug losgehen. "Das ist doch unser Publikum von morgen", sagt er.
"Glupsch"

Märchen für Kinder von 2 bis 5 Jahren, mit Maria Pires und Graham Smith (Tanz), Vanessa Valk (Puppenspiel), Andrea Mele (Klavier), Katrin Köhler (Violine). Nächste Vorstellungen: Stadttheater, Bertoldstraße 46: 11. April, 10 Uhr, und 14. April, 11 und 15 Uhr. Der Eintritt kostet für Kinder und ermäßigt 8, für Erwachsene 12 Euro.