Das Sportportal Yolawo startet seinen Testlauf in Freiburg - die Gründer wollen Sportler und Vereine vernetzen

Jana Luck

Wer spielt mit mir Badminton? Bei welchem Verein kann ich Radfahren? Das neu gegründete Sportportal Yolawo will Sportler und Vereine vernetzen. Wie das funktioniert und warum das Portal zuerst in Freiburg startet.

Studium, Jobwechsel, Fernbeziehung - Gründe den Heimatverein verlassen zu müssen, gibt es viele. Das merkten auch der Freiburger Julian Eckmann, 27, und Frederik Strelczuk, 28, als sie in Tübingen ihr Studium begannen. "Den Vereinen fehlen vor allem die Menschen zwischen 18 und 37 Jahren", sagt Julian. Das sind oft diejenigen, die sich nicht so eng an einen Verein binden können oder wollen.


"Das ist schade", sagt Julian, "weil flexiblere Sportmöglichkeiten wie das Fitnesstudio den gemeinschaftlichen Spirit von Vereinen nicht haben". Was also tun? Julian und Frederik entwickelten eine Plattform, die beides verbinden soll: Die Flexibilität von Fitnessstudios mit den günstigen Preisen und dem gemeinsamen Sport in Vereinen. "Wir wollen dabei den Vereinen keine Konkurrenz machen, sondern sie mitnehmen und deren Angebote flexibler gestalten", sagt Julian.

In der Testphase im April gibt es kostenlose Aktivitäten

Yolawo soll Sportler, Trainer und Vereine vernetzen. Der Tübinger Frederik hat Informatik studiert, Julian BWL. Mit IT- und Marketing-Expertise starteten sie das Portal. In Freiburg machen die beiden ihren ersten Testlauf. Denn hier hat sich Julian bereits ein großes Netzwerk mit Sportlern und Vereinen aufgebaut. "Freiburg ist auch einfach eine super sportbegeisterte und aktive Stadt", sagt Frederik Strelczuk. Und: Sie hat mehr Einwohner als Tübingen, also mehr potenzielle Nutzer der Plattform.

Video: So funktioniert Yolawo

"Am liebsten würden wir natürlich in beiden Städten gleichzeitig starten. In Tübingen gibt es schließlich auch viele Sportbegeisterte", sagt Strelczuk, "aber das schaffen wir zu zweit einfach nicht." Die ersten 100 Nutzer gibt es schon auf der Plattform. Wer angemeldet ist, kann im April bei kostenlosen Aktivitäten wie einem Outdoor-Training an der Dreisam oder einem lockeren Fußballspiel am Abend mitmachen. Offizieller Start ist am 7. Mai. Dann wird das Portal auch noch weitere Funktionen haben.

Sport buchen wie Wohnungen bei AirBnB

Ein "AirBnB des Sports", das ist Julians Vision für Yolawo: Egal, ob Auslandssemester, Arbeitsreise oder Citytrip - über die Plattform lassen sich Sportangebote oder andere Menschen finden, die mit einem zum Badminton oder Laufen gehen wollen. Angemeldete Trainer und Nutzer können Workshops oder Trainings anbieten. Auch für die Vereine soll sich das Angebot lohnen: Wenn sie ihre Plätze zwischendurch an Trainingsgruppen vermieten, sind das Nebeneinkünfte.

Noch verdienen die Jungs nichts an dem Portal, eine Anmeldung ist sowieso kostenlos. Auch eine verbindliche Mitgliedschaft wird es nicht geben. Langfristig soll sich die Plattform durch Einnahmen aus den Buchungen tragen, einer Art Vermittlungsgebühr. Julian und Frederik haben sich ein Jahr Zeit gegeben. Wenn die Plattform in Freiburg erfolgreich ist, wollen sie sie dann auch in anderen Städten launchen.

Die Stadt Freiburg bietet ein ähnliches Portal

Sportportal Freiburg heißt ein ganz ähnliches Portal der Stadt Freiburg, auf dem Nutzer Sportangebote von Vereinen suchen können. Alle 173 vom Sportreferat der Stadt Freiburg anerkannten Vereine sowie weitere Sportinstitutionen sind dort gelistet. Eine ähnliche Seite hat der Sportkreis Freiburg. Vereine können dort eine Mitgliedschaft beantragen, um unter anderem ihre Angebote online anzeigen zu lassen; 65 Vereine haben das bereits getan. Nutzer können auf beiden Seiten über eine Suchmaske die Angebote der Vereine durchsuchen und auch nach Stadtteil, Tag, Anbietertypen und Zielgruppen filtern.

Gerade bei der Zielgruppen-Unterteilung findet sich wieder, was Julian und Frederik als das große Problem von Vereinen ansehen: Die Zielgruppe von jungen Menschen zwischen 18 und 37 Jahren wird nicht gesondert angesprochen. Das ist genau die Gruppe, die laut Yolawo-Gründern am meisten fehlt in den Vereinen.

Für junge Menschen fehlen oft die passenden Angebot

Zielgruppen sind auf dem Portal der Stadt Freiburg bis zum Alter von 18 Jahren noch sehr kleinteilig in Zweijahresschritten aufgeteilt. Der Sprung vom Jugendlichen zum Erwachsenen oder sogar zum Elternteil mit Kind kommt dann aber plötzlich, einen Zwischenschritt vom Jugendlichen zum Erwachsenen gibt es nicht. Ein 21-Jähriger Student findet sich aber nicht unbedingt als "Erwachsener" oder unter der Kategorie "Eltern/Kind" wieder.

Ähnlich wie es bei Yolawo einmal sein soll, listet das Sportportal Freiburg die Angebote von Vereinen auf: Das reguläre Angebot wie Badminton-Kurse, Balletttanzen oder Fußballtraining, nach Tag und Uhrzeit sortiert. Einzeltrainings oder spezielle Workshops gibt es also nicht. Nutzer können sich über das Portal einen Überblick über das Angebot verschaffen, ohne auf den Vereinshomepages einzeln nachzuschauen. Anmelden kann man sich jedoch online nicht.

Info

Das Sportportal läuft im Testmodus für Freiburg und ist unter www.yolawo.de zu finden.

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