Das sind die fünf Finalisten des Video-Slams in der Mensabar

Jovana Milosavljevic

Die Gewinnerfilme der Video-Slams der letzten beiden Semester werden am Montag noch einmal gezeigt und kämpfen um den Titel. Fudder hat die fünf Finalisten über ihre Gewinnerfilme, Inspirationen und Gewinnchancen gefragt.

Am Montag um 20.30 Uhr findet das Finale des Video-Slams in der Mensabar statt. Den Gewinner bestimmt das Publikum vor Ort. Fünf Finalisten sind in der Endrunde: Sven Heper, Jan-Veit Küpper, Simon Schneckenburger, Daniel Mandel, Ben Hoscheit. fudder hat ihnen Fragen zu ihren Filmen gestellt.


Sven Heper, 35

Auf fudders Nachfrage, wie sich der Finalist seine Gewinnchancen ausrechnet, antwortet Sven Heper, 35: "Schwer zu sagen. Ich habe beim Video-Slam schon die ein oder andere Produktion gesehen, vor der ich den Hut ziehe. Deshalb sehe ich es sportlich: Dabei sein ist alles. Und ich freue mich, in Freiburg die Möglichkeit und Plattform zu haben, Produktion einem Publikum zugänglich zu machen."

Der 35-jährige hat Mediengestaltung und Produktion in Offenburg studiert, arbeitet nun aber als Projektmanager in einer Webagentur. Mit seinem Film "Mondscheinparty", wobei es um zwei Freunde geht, die ihren Jahresurlaub gemeinsam in ihrem Schrebergarten verbringen und nachts illegal Schnaps brennen, den sie an eine Kneipe verkaufen, gewann er den letzten Video-Slam.

"Ich mag Filme, ich habe schon ein paar Musikvideos produziert und den richtigen Studiengang dafür gehabt, um mich auszuleben und meine tägliche Fahrt vorbei an der Schrebergarten-Anlage Wonnhalde, ich wohne in Günterstal, inspirierte mich zu meinem Film. Es kam die Idee das "Spießbürgertum" dort ein wenig auf die Schippe zu nehmen."

Jan-Veit Küpper, 29

Genau wie Sven Heper, studierte Jan-Veit Küpper, 29, weiterer Finalist, Mediengestaltung und Produktion in Offenburg und arbeitet nun in der Medienbranche.

"Wir wollten zum Ende des Studiums noch ein mal einen richtigen Kurzfilm drehen, weil wir vermutlich nie wieder so einfach Unterstützung für unsere ganz eigene Idee bekommen. ’Bleifrei’ war dann unsere Bachelor Arbeit. Inspiration haben wir aus deutschen 90er-Jahre-Komödien, wie Bang Boom Bang geholt.", sagte der 29-Jährige zu seinem Gewinnerfilm "Bleifrei".

Worum es in seinem Kurzfilm geht: "Auf unterhaltsame Weise erzählt der Film von drei Freunden, die sich als Tankstellenräuber versuchen. Doch so genial der Plan auch scheint, erweist sich die Umsetzung für die drei chaotischen Amateure aber schwieriger als gedacht."

"Ich war schon von klein auf Filmbegeistert und mit 14 Jahren gab es dann endlich die erste eigene Kamera. Seit dem habe ich Filme gedreht. Bleifrei war allerdings mein letzter bis jetzt."

Jan-Veit Küpper rechnet sich seine Gewinnchancen so aus: "Der Film funktioniert tatsächlich besser, wenn man ihn gemeinsam guckt, das ist also schon mal eine gute Voraussetzung. Allerdings kenne ich die anderen Filme nicht, deswegen kann ich da keine Einschätzung zu abgeben, freue mich aber schon auf die anderen Filme." Auch Regisseur des Films Nico Hofer (30), antwortet: "Wir freuen uns in erster Linie auf einen schönen Abend mit einer bunten Auswahl an Filmen. Wir sind selbst gespannt, wie das Publikum auf unseren Film reagiert."

Simon Schneckenburger, 26

Freiberuflicher Filmemacher und Finalist Simon Schneckenburger,26, äußert sich zu seinem Gewinnerfilm wie folgt: " Bei der Bildästhetik haben wir uns von Filmen wie Fish Tank oder dem Musikvideo Heilig von LGoony inspirieren lassen. Ansonsten bin ich ein riesen Fan der jungen, niederländischen Filmemachern, wie Mees Peijnenburg oder Bram Schouw. Ihre mutige filmische Erzählweise, ihr Schnittrhythmus und ihre Themen sind auch bei diesem Film eine große Inspiration für mich gewesen. In meinem Film möchte ich die Geschichte einer starken jungen Frau erzählen. Es ist die Geschichte ihrer Befreiung."

Der Künstler gibt nebenbei Workshops an Schulen, schreibt sein neues Drehbuch und möchte sich nächstes Jahr für ein Regie-Diplom bewerben. Wie er sich seine Gewinnchancen ausrechnet, beantwortet der 26-Jährige so: "Schwer zu sagen. Möchte das Publikum etwas zu lachen haben, dann natürlich ziemlich schlecht."

Daniel Mandel, 28

Finalist Daniel Mandel, 28, studiert Französisch, Politik und Leben auf Lehramt drehte seinen Film mit Lukas Große-Kleimann und Michael Gerber. In dem Film "Das Café" wird ein Ausschnitt aus dem Leben eines Cafébetreibers gezeigt, der mit seinen Gästen und seinem eigenen Leben zu kämpfen hat. Die einzelnen Interaktionen vermischen sich und münden am Ende in Fragen und Antworten, die sich die Zuschauerinnen und Zuschauer selbst beantworten dürfen.

"Die Inspiration für meinen Film waren Erfahrungen, Zweifel und Gespräche mit Freunden und Freundinnen sowie die Neugier auf das Medium Film. Außerdem wirkten an dem Film so viele motivierte Menschen mit, die alle ihre eigenen Welten miteinbrachten."

Der 28-Jährige kam über das Theater zum Filmedrehen: "Zuletzt durfte ich an verschiedenen Produktionen mitwirken, wie "Woyzeck" im Rahmen des Unitheaters, ’Gewalttakte’ im Kulturaggregat und ’Die Tagebücher des Maidan’ am Stadttheater Freiburg." Auf die Frage wie der Künstler seine Gewinnchancen einschätzt, antwortet er: "Sehr gering, da es sich bei unserem Film um einen nicht-professionellen, no-budget-film handelt. Alle Beteiligten sahen keinen Pfennig, alle waren top motiviert, und das trägt ganz schön weit."

Ben Hoscheit, 25

Auch Ben Hoscheit,25, drehte seinen Gewinnerfilm "Am Ende des Tages" mit Kommilitonen seines Studienfaches Medienkulturwissenschaften der Uni Freiburg. Simona Eftimova, Tobias Gayer und Janou Iserloh waren beteiligt. "Die Inspiration zum Kurzfilm kam uns durch eine halbwegs wahre Begebenheit, die mir, und wie mir erzählt wurde auch anderen, nach dem Blutspenden widerfahren ist", so Ben Hoscheit. "Zwei Freunde, eine Wohltätigkeit und ein emotionaler Tag, der aber, wie jeder andere, auch ein Ende hat", lautet die Beschreibung des Filmes.

Wie der 25-Jährige zum Filmedrehen kommt, erläutert er so: "Der Kurzfilm entstand im Rahmen eines Praxiskurses "Film- und Postproduktion", den jeder Studierende der Medienkulturwissenschaft im ersten Semester machen muss. Ich persönlich habe aber davor als Jugendlicher bereits in zwei luxemburgischen Filmen vor der Kamera mitgespielt und war später in meinem Schulfernsehsender vor- und hinter der Kamera viel engagiert.

Filme und Kino sind generell eine meiner Leidenschaften." Doch seine Gewinnchancen hält Ben Hoscheit trotzdem für sehr gering: "Ich habe ein paar andere Filme des Finales gesehen, die professioneller gemacht sind. Aber wer weiß, vielleicht überzeugen wir mit der Geschichte und schlecht gemacht ist unser Film nicht. Man weiß ja nie!"
  • Was: Video-Slam Finale
  • Wann: 17. Juni, 20.30 Uhr
  • Wo: Mensabar, Rempartstraße 18
  • Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro