Das Schlossbergfest feiert diesen Sommer sein Comeback

Carolin Buchheim

Nach zwei Jahren Pause wird es in diesem Sommer wieder ein Schlossbergfest in Freiburg geben. Als Veranstalter ist der ehemalige Sea-of-Love-Macher Bela Gurath wieder mit dabei. Diesmal bleibt der Karlsplatz außen vor und das Fest kostet Eintritt.



In trauter Einigkeit verkündeten die Veranstalter, Stadtverwaltung und die Freiburger Wirtschaft Messe und Touristik (FWTM) am Montag die frohe Kunde. "Wir sind froh, dass wir das Schlossbergfest wieder stattfinden lassen können und werden", sagt Erster Bürgermeister Otto Neideck. Nach Querelen um die Genehmigung des Festes im Jahr 2011 und einer Absage durch die Veranstalter 2012 scheinen alle Unstimmigkeiten beseitigt zu sein.


Stattfinden soll das Schlossbergfest 2014 am ersten Wochenende der Sommerferien in Baden Württemberg - von Donnerstag, den 31. Juli 2014 bis Montag, 4. August. Veranstaltet wird das Fest von der Schlossbergfest GmbH. Deren Gesellschafter Bela Gurath, Markus Rogg und Toni Schlegel bezeichnen das Fest als Leidenschaftsprojekt. " Es geht uns darum, eine Tradition zu bewahren und einen Beitrag zur Attraktivität Freiburgs in den Sommerferien zu leisten", sagt Gastronom Schlegel. Unternehmerisch sei das Fest wegen der Wetterabhängigkeit ein hohes Risiko. "Das ist kein Fest zum Reichwerden."

Anders als zuletzt soll in diesem Sommer allein auf dem Schlossberg getanzt, getrunken und gefeiert werden. Auf Kanonenplatz, Burggraben, Wasserreservoir, Spielplatz und den Außenflächen von Schlegels Restarant "Greifeneggschlössle" werden dazu Bühnen für Bands, Bars und Gastro-Angebote aufgebaut, malerisch beleuchtet von Lichterketten.

Mit Rücksicht auf Anwohner werden Karlsplatz und Stadtgarten diesmal ausgespart. Stattdessen soll erstmalig auch die Grillfläche oberhalb des Bismarckturms genutzt werden. Dort sollen für zwei- bis fünfhundert Personen eine Anlage mit Tanzfläche, Bar und Zelt aufgebaut werden. Das gesamte Fest sei eine logistische Herausforderung. "Wir müssen alles auf den Berg tragen, weil man an viele Stellen noch nicht mal fahren kann", sagt Bela Gurath. Die Produktionskosten lägen schon deswegen im sechsstelligen Bereich. Das sei auch der Grund, warum Besucher wie schon 2011 wieder einen Eintritt in Höhe von "1 oder 2 Euro" zahlen müssen.

Das Fest beginnt und endet sportlich: am 31. Juli mit dem 9km-Schlossberglauf für Jedermann, der von Schauinsland-Lauf Alexander Lang organisiert wird, am 4. August mit dem 24km-Schlossbergbike-Rennen für Mountainbiker. Die Veranstalter hoffen auf jeweils bis zu 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Martin Schulz, stellvertretender Leiter des Amts für öffentliche Ordnung, zeigt sich von der bisherigen Zusammenarbeit mit den Veranstaltern sehr zufrieden. Es seien zwar noch Detailfragen zu klären, das Schlossbergfest, sei jedoch im Grundsatz genehmigt. "Wir freuen uns, dass der Antrag rechtzeitig und frühezeitig eingegangen ist."



Die Konflikte, die das Amt für Öffentliche Ordnung und die Stadt Freiburg mit Veranstalter Gurath nach dem Musikfestival Sea of Love 2011 hatten, scheinen derweil beigelegt. Unter anderem hatte Neideck (Bild oben Mitte) Gurath (Bild oben links)in einem BZ-Interview mangelnde Professionalität in der Organisation von Großveranstaltungen vorgeworfen. Gurath wiederum hatte eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Ordnungsamtsleiter Walter Rubsamen eingereicht. Neideck zeigt sich besänftigt: "Das Verfahren 'Sea of Love' ist komplett abgeschlossen. Die Konsequenz aus dem Festival kann kein Berufsverbot für Herrn Gurath sein. Wir geben ihm hier die Chance auf eine neuerliche Zusammenarbeit." Zudem seien in der GmbH auch noch weitere erfahrene Gesellschafter. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass das Fest problemlos ablaufen wird."

Die FWTM unterstützt die Veranstalter in der Kommunikation mit dem Amt für öffentliche Ordnung und der Werbung. FWTM-Geschäftsführer Bernd Dallmann (Bild oben rechts) bewertet die zweijährige Pause des Fests mit Verweis auf eine ähnliche Unterbrechung beim Weinfest als unproblematisch. "Es gehört dazu, dass solche Feste sich verändern. Jetzt wurden die Strukturen geschaffen, dass dieses wichtige Fest stattfinden kann." Das Schlossbergfest finde zu einer für Freiburg wichtigen Zeit in den Sommerferien statt und sei dank seiner Lage auch eins der schönsten Feste der Stadt. "Der Schlossberg ist für Freiburg prägend und der Anfang des Schwarzwalds. In der 'Hauptstadt des Schwarzwalds' sollte dementsprechend auch dort gefeiert werden."

Wurde nach der Absage des Schlossbergfest im Sommer 2012 von der Freiburger Festkrise gesprochen, befindet Dallmann jetzt: "Diese Stadt festet mehr als jemals zuvor."  Tatsächlich findet das Schlossbergfest nicht nur zeitgleich mit dem letzten Wochenende des diesjährigen Zelt-Musik-Festival statt, auch die Freiburg Schauinsland Klassik Rallye des ADAC ist für diesen Termin geplant. Zudem findet am ersten Sommerferienwochenende traditionell das Seefest des Bürgerverein Freiburg-Mooswald im Seepark statt.





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[Foto 1: Rita Eggstein; Foto 2: Michael Bamberger]