Das Salz auf unserer Nudel

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, wann man das Wasser für die Nudeln salzen soll? Die Bevölkerung teilt sich bei dieser Frage in zwei verfeindete Lager: Die einen tun das Salz erst ins kochende Wasser, die anderen schon vor dem erhitzen ins kalte. Beide Fronten sind der Meinung, dass auf ihre Weise das Wasser schneller koche. Zahlreiche Versuche Und die Logik der Physik führen zu einem eindeutigen Ergebnis.

Es ist vollkommen egal, wann das Salz ins Wasser kommt. Denn am Anfang stellt man kaltes Leitungswasser auf den Herd, am Ende hat man kochendes Salzwasser. Es gibt zwar zwei physikalische Effekte, die für die eine oder die andere Version sprechen, diese heben einander jedoch wieder auf.


Zum Einen wirkt das Kochsalz (Natriumchlorid) als Siedehemmer: Die Temperatur, bei der das Wasser anfängt zu kochen, erhöht sich leicht. Dieser Effekt ist zwar bei den normalen Mengen Salz, die auch den Nudeln später noch gut tun, eher gering, spricht aber für die Vertreter der Salz-ganz-zuletzt-ins-Nudelwasser-schütt-Fraktion

Der zweite Effekt, den das Salz auf das Wasser ausübt, bestärkt diejenigen, die das Salz ins noch kalte Wasser geben. Durch die Absenkung der spezifischen Wärmekapazität des Wassers kann mit der gleichen Wärmezufuhr über den Herd die Flüssigkeit schneller erwärmt werden.

Allerdings wissen wir ja, dass Salzwasser erst bei einer geringfügig höheren Temperatur kocht als Leitungswasser. Deshalb braucht es zum Kochen genauso lange wie das Wasser, das zuerst kocht und dann durch die Zugabe des Salzes kurz damit aufhört, bis es den höheren Siedepunkt erreicht hat.

Die einzige wirksame Methode, mit der man sicher Energie spart und nicht so lange auf die Nudeln warten muss, ist: Deckel auf den Topf! Dadurch kann die zugeführte Wärme nicht so leicht entweichen. Außerdem dauert es bis zum Kochen des Wassers deutlich länger, wenn man dabei stehen bleibt und zuschaut. Einfach währenddessen was anderes machen, und im Nu kocht der Topf über.