Pläne

Das neue SC-Freiburg-Stadion soll klimaneutral sein

Joachim Röderer

Fernwärme von Rhodia, Solarmodula am Stadion und ein 1,5 Kilometer langer Photovoltaikzaun als Flugplatz-Abgrenzungen sollen für ein klimaneutrales neues SC-Stadion sorgen. So steht es im Entwurf des Bebauungsplanes.

Das neue SC-Stadion am Wolfswinkel kommt voran. Die Stadtverwaltung hat jetzt den umfangreichen Bebauungsplan vorgelegt. Klar ist mittlerweile auch, dass die neue Arena klimaneutral werden soll – unter anderem soll dafür ein 1,5 Kilometer langer Photovoltaikzaun sorgen, der die Abgrenzung zum Flugplatz bildet. Stadt und Sportclub betonen, dass das Projekt derzeit voll im Zeitplan liege. Bereits Ende 2017 oder Anfang 2018 sollen die ersten vorbereitenden Arbeiten beginnen. Der Sport-Club möchte im Sommer 2019 die neue Spielstätte beziehen.

Mehrere Hundert Seiten stark ist der Bebauungsplan samt eingeholter Gutachten zu Themen wie Natur und Landschaft, Klima, Flugsicherheit, Verkehr und Energie. Das Mammutwerk ist Grundlage der Baugenehmigung. Der Gemeinderat wird am 23. Mai über den Bebauungsplanentwurf entscheiden, danach kommt die Offenlage. Sechs Wochen haben die Bürger dann Gelegenheit zur Stellungnahme.


Der Satzungsbeschluss soll dann im Frühjahr 2018 fallen. Gegen den Bebauungsplan selbst kann geklagt werden, genauso wie später gegen die Baugenehmigung. Stadt und Sport-Club hoffen, dass dazu nach dem Ergebnis des Bürgerentscheids und den vorbereitenden Gesprächsrunden nicht kommt.

Flutlichtanlage wird unter die Dachkonstruktion gelegt

Parallel läuft im Hintergrund die Auswahl des passenden Stadionentwurfs. Gesucht wird ein Totalunternehmer. Hier die von Stadt und Verein getragene Stadiongesellschaft das Teilnehmerfeld jüngst reduziert. "Wir haben gelungene Entwürfe, jetzt muss noch ein bisschen nachgearbeitet werden", sagte SC-Vorstand Oliver Leki am Donnerstag im Pressegespräch. Im vorliegenden Entwurf für den Bebauungsplan sieht er einen wichtigen Schritt.

Im Moment liege das Stadion gut im Zeitplan: "Natürlich gibt es immer Steine und Herausforderungen und Steine, die im Wege liegen." Von einem "komplexen Verfahren" sprach auch Baubürgermeister Martin Haag. Manche Details werden nun deutlicher: So wird angestrebt, dass die Green City Freiburg ein klimaneutrales Stadion bekommen wird.

Fernwärme kommt von Solvay/Rhodia

Das Stadion und alle dazu gehörenden Gebäude sollen mit Fernwärme beheizt werden, die aus überschüssiger Abwärme der Firma Solvay/Rhodia kommen wird. Zudem sollen Photovoltaikanlagen für Strom sorgen. Die sind an der Stadionhülle geplant, aber auch über Auto- und Fahrradparkplätzen. Dazu soll es noch einen 1,5 Kilometer langen Solarzaun geben.

Damit könnte der Jahresbedarf an elektrischer Energie weitgehend gedeckt werden, heißt es. Die besondere Herausforderung ist, dass an den rund 25 Spieltagen im Jahr fünf Mal so viel Energie benötigt wird, wie an Tagen mit normalem Trainings- und Geschäftsstellenbetrieb, erklärte Stadionplaner Jochen Tuschter vom Amt für Projektentwicklung.

Magerrasen wird umgepflanzt

Die Stadt verpflichtet sich im Bebauungsplan, dass sie die notwendigen Eingriffe in geschützte Lebensräume an anderer Stelle ausgleicht. Ersatz wird am Flugplatz Bremgarten sowie am Badberg der Stadt Vogtsburg mit 60 Flächen an Böschungen und in der March geschaffen. Der Magerrasen wird auf die Deponie Eichelbuck und neben den Flugplatz umgepflanzt.

Im Bebauungsplan geht es auch um den Flugbetrieb. Um Blendwirkungen zu vermeiden, wird die Fluchtlichtanlage vollständig unterhalb der Dachkonstruktion installiert. Es gibt aber dennoch Einschränkungen: An Spieltagen kann der Flugplatz von drei Stunden vor dem Spiel bis zwei Stunden danach nicht angeflogen werden. Die Fallschirmspringer müssen zum Lahrer Flugplatz umziehen.

Für die Segelflieger soll eine neue Landebahn östlich der Motorlandebahn angelegt werden. 2018 soll der Bau des Stadions beginnen, so der Plan. Vorbereitende Arbeiten wie etwa der Bau eines neuen Flugplatzzauns, die Rodungsarbeiten am Wolfsbuck oder das Herstellen einer provisorischen Baustraße sollen schon in diesem September starten.

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