Spechtpassage

Das Jos-Fritz-Café hat zwei neue Geschäftsführerinnen

Alexander Ochs

Das Jos-Fritz-Café bekommt neue Pächter, pardon: Pächterinnen. Die neu gegründete Firma Weiberwerk übernimmt den gastronomischen Betrieb in der Spechtpassage. Eine neue regionale DJ-Reihe startet im Februar.

Günther ist jetzt weiblich: Wo bislang Günther Glanz als Wirt wirbelte, schwingen nun zwei Frauen das Zepter. Zum Jahreswechsel hat die Weiberwerk GmbH den gastronomischen Betrieb übernommen. Dahinter verbergen sich die Geschäftsführerinnen Caroline Günther und Ines Henne, zwei langjährige Mitarbeiterinnen des zentral gelegenen Hinterhof-Soziotops mit Kultcharakter.


Wie die beiden zunächst in den sozialen Medien mitgeteilt haben, ist der langjährige Chef zum Jahreswechsel ausgeschieden – nach rund 20 Jahren. So schrieben sie: "Wir nutzen diesen Übergang, um die Wände mal wieder zu weißeln. Viel mehr wird aber erstmal nicht passieren. Also keine Angst: Euer jos bleibt Euch erhalten! Wir freuen uns auf ein neues Jahr in unserem eingesessenen Café mit ein paar wenigen neuen, in erster Linie aber altbewährten Gesichtern hinter den Büchern und dem Tresen." Seit Freitag, 11. Januar, hat das Jos-Fritz-Café wieder geöffnet. Nun erstrahlt es im neuen alten Glanz – ohne den gleichnamigen Wirt.

Die bisherige Ausrichtung des Cafés bleibt erhalten

Caroline Günther, 37, und Ines Henne, 54, arbeiten schon lange im Jos: Caro seit gut zehn Jahren, Ines seit 24 Jahren – damit toppt sie sogar noch den bisherigen Betreiber. Er hat den "Knochenjob" (O-Ton Caro) zwei Jahrzehnte lang gemacht und will sich jetzt erstmal zurückziehen und auf seine Gesundheit konzentrieren.

Programm, Angebot, Konzept und Ausrichtung des Cafés sollen im Prinzip nahtlos fortgeführt werden. Selbstbedienung, Mittagstisch und ein Großteil des Teams – all das bleibt. Die laufenden Reihen wie die Hammond Jazz Night oder die Lesebühne "Flugmodus" sollen weiterhin stattfinden, auch die Bar Drei, ebenso die diversen Partys am Wochenende.

Mit feministischem Touch

Auch der 1. Mai und der Midsummer Swing sollen wie gehabt gefeiert werden. "Es wird keine großen Umwälzungen geben. Das Café soll so erhalten bleiben. Wir werden eher an den kleinen Schrauben drehen", gibt Caro zu verstehen. So soll der zwischenmenschliche Umgang im Team und mit den Gästen besser werden. Und einen etwas feministischeren Touch darf das Programm in ihren Augen auch bekommen.

"Jeden ersten Freitag im Monat wollen wir vor allem regionalen DJs und DJanes eine Bühne bieten", sagt Caroline Günther. Die neue Partyreihe mit dem Namen "What If…" startet am 1. Februar mit Tscherno und AlexisMaria, gefolgt von Effy und Funkmessiah am 1. März. Auch möchten die beiden Betreiberinnen die Vernetzung der Läden und Leute in der Spechtpassage verbessern und zum Beispiel die Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Jos-Fritz ausbauen.

Dass die Kneipe – wie erstmals im vorigen Winter – unter der Woche abends geschlossen bleibt (außer bei Veranstaltungen), soll nur während der Saure-Gurken-Zeit der Fall sein. "In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Abende unter der Woche im Winter alles andere als lukrativ sind", erklärt Caroline Günther. Spätestens ab April will das neue Duo wieder an allen Abenden öffnen.



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