Wiehre

Das Holbeinpferd punktet mit Vulva-Kunst

Annika Vogelbacher

Das Holbeinpferd übertrifft sich auf ein Neues – heute steht es gleich für drei hochaktuelle Themen. Es greift die Debatte um Fat-Shaming und Männer im Feminismus auf und verhilft der Vulva zu öffentlichem Leben.

Zuletzt war das Holbeinpferd wegen seiner Abspeckungskur in aller Munde – ganze 180 Kilo leichter ist das Pferd geworden. Heute steht sein Gerippe an Bauch und Beinen in gelber Farbe heraus. Damit macht das Pferd auf die Kehrseite seines rabiaten Gewichtsverlusts aufmerksam und gibt ein klares Statement zur Fat Shaming-Debatte. Es stellt sich auf die Seite des US-Komikers James Corden. Dieser reagierte auf Bill Mahers Aufruf, Fat-Shaming wieder auf die Witzeliste zu setzen, entsetzt.




Aber damit nicht genug – heute setzt das Holbeinpferd noch ein zweites Statement. "Viva la Vulva" – zu Deutsch "es lebe die Vulva" – hat es sich über seine Flanke geschrieben. Damit macht es sichtbar, was laut Sigmund Freud der letzte dunkle Kontinent ist: Das weibliche Geschlechtsteil. Und will es uns darauf hinweisen, dass die Arte Doku "Viva la Vulva" wieder online ist? Oder macht es auf das Freiburger Kollektiv "Vulvaversity" aufmerksam?

Eins wird mit seiner heutigen Bemalung auf jeden Fall sichtbar – das Holbeinpferd ist ein Hengst. Ein Mann also, der sich für den Feminismus und die Sichtbarmachung der Vulva einsetzt. Das Pferd scheint darauf so stolz zu sein, dass es sich seine Hoden gold und seinen Penis violett bemalt hat. Das halten wir dann doch für etwas übertrieben… Für eine Ehrung als bester Mann, der sich für die Gleichberechtigung einsetzt, erwarten wir in Zukunft noch etwas mehr.

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