Wiehre

Das Holbeinpferd: Identitätskrise oder Klimaaktivismus?

Antonia Vangelista

Das Holbeinpferd hat sich in ein Schwein verwandelt – ganz in Rosa und mit Ringelschwanz. Hatte es einfach Lust auf Veränderung, oder gibt es sogar eine klimapolitische Botschaft dabei?

Rosa?! Diese Farbe haben mir als Kind zu viele Verkäuferinnen und Pferdebuchautoren als zuckerwattensüße Mädchenfarbe andrehen wollen – natürlich erfolglos. Und diese Farbe soll das Holbeinpferd in der Wiehre, das durch fast 40-jährige Bemalung Kultstatus erlangt hat und vor Kurzem eine Farbschicht-Abspeckungskur durchgestanden hat, nun tragen?


Bei näherem Hinsehen fällt aber auf, dass das Holbeinpferd gar nicht so süß ist, wie es sich zuerst gibt. Den neu verpassten Ringelschwanz aus Watte, Draht, Klebeband und Schnur erklärt eine Aufschrift auf dem Sockel: das Holbeinpferd ist jetzt ein "Holschweinpferd". Fühlt sich das vermeintliche Pferd von allen missverstanden und ist eigentlich ein Schwein?

Oder gibt es eine weitere Verbindung zu dem Fridays For Future Sticker, über dem es breitbeinig steht? Vielleicht will es sagen: "Holt die Schweine, die mir Gras und Wiesen verpesten, und bringt sie zur Vernunft! Denn auch wenn ich jetzt ein Schwein bin – etwas zu futtern brauche ich auch noch die nächsten 40 und 400 Jahre."

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