Das Freiburger Start-Up Adverbiking überlässt Dir kostenlos ein Fahrrad – allerdings mit Werbung drauf

Dorothea Winter

Werbung mal anders: Das Freiburger Start-Up "Adverbiking" will seinen Nutzern kostenlose Fahrräder zur Verfügung stellen auf denen Werbung platziert ist. Wer viel fährt und gut parkt bekommt Prämien, vom Kinogutschein bis zu Wochenendtrips.

Das Konzept

Die Idee hinter dem jungen Unternehmen Adverbiking ist einfach: Die Online-Platform stellt den Fahrern kostenlos Fahrräder zur Verfügung – und auf den Rädern ist Werbung platziert. Für die Nutzer ist es eine kostengünstige Möglichkeit Fahrrad zu fahren und Kino- oder Essensgutscheine zu erhalten. Für die werbetreibenden Firmen ist es unorthodoxe Werbung, die Aufmerksamkeit schafft.

Gründer Markus Arenz sieht die Stärke des Konzepts in der neuartigen Idee, "Es soll ein neues Medium für die Außenwerbung geboten werden. Durch die Fahrräder gelangt die Werbung dahin, wo klassische Außenwerbung nicht hinkommt. Und es tritt immer ein gewisser Überraschungseffekt ein".

Anders als die landläufigen Sharing-Systeme soll das Fahrrad auf lange Frist benutzt werden und nicht nur für kurze Strecken oder Tage. Das Fahrrad gehört dem Nutzer im Prinzip und soll den Kauf eines eigenen Fahrrads ersetzen. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Wochen.

Die Gründer

Das Start-Up wurde im Januar gegründet, im August soll bereits der Startschuss für die ersten Räder fallen. Die Idee kam den beiden Gründern bereits im Herbst des vergangenen Jahres. Der 41-jährige Chris Müller und der 54-jährige Markus Arenz kennen sich zufällig durch das berufliche Umfeld. Chris Müller ist Software-Spezialist mit Schwerpunkten App- und Websiten Programmierung sowie Online Marketing und Markus Arenz ist Wirtschaftsingenieur. "Wir hatten uns mal darüber unterhalten, was der Außenwerbung fehlt und wie man das optimieren könnte und so kam uns die Idee." Das Start-Up der Beiden sitzt in Freiburg und bis zum Start im August läuft die Sponsorensuche auf Hochtouren.

Die Fahrradfahrer

Über die Website "Mybicycle" können sich die interessierten Fahrer kostenlos anmelden. Geeignet ist jeder, der im Schnitt mehr als fünf Kilometer täglich fährt. Neben dem Bike sind auch sämtliche Reparaturen, sowie eine Diebstahlversicherung inklusive. Zusätzlich verfügen die Fahrräder über zahlreiche Addons, wie zum Beispiel einen USB Anschluss zum Aufladen des Smartphones.

Das Konzept für die Fahrer basiert auf einem Prämiensystem. Je mehr Kilometer der Fahrer zurück legt und je sichtbarer er sich mit dem myBicycle in der Stadt bewegt, desto mehr Punkte werden gesammelt. Die Punkte können gegen Prämien bei den kooperierenden Sponsoren eingelöst werden.

Das Bonus-Konto-System

Zur Veranschaulichung:Ein Fahrer, der im Schnitt täglich fünf Kilometer fährt, bekommt am Ende des Monats einen Kinogutschein. Die Prämien sollen letztlich durch Sponsoren finanziert werden. Diese garantieren auch, dass MyBicycle komplett kostenfrei für die Nutzer bleibt. Die Abrechnung der Punkte finden am Monatsende statt. Zur Bewertung fließt auch das Parken der Fahrräder eine Rolle. Wer im Hinterhof oder in der privaten Garage parkt, bekommt natürlich weniger Punkte, als jemand, der sein Fahrrad an einer Hauptverkehrsstraße abstellt. "Überprüft wird das Abstellen der Fahrräder durch eine App auf dem Handy. Dort speichert man die GPS Koordinaten des Parkplatzes und speichert ein Foto des abgestellten Rads."

Die Werbekunden

Für die Werbekunden gibt es die Website Adverbiking. Das Fahrrad sollen im Umkreis des Stadtkern Freiburgs benutzt werden, einzelne Ausflüge in die Umgebung sind natürlich erlaubt, allerdings bieten sich die Räder nicht für ausschweifende Mountainbike-Touren an. Deshalb eignen sich als Werbekunde all diejenigen, die Werbung zugeschnitten auf Freiburg und Umkreis schalten möchten. Sowohl regionale Unternehmen, als auch nationale, die den Werberaum Freiburg erschließen möchten, sind die Zielkunden des Start-Ups.
Mehr zu dem Thema: