Polizei

Das Freiburger Kanu-Rätsel ist gelöst – und eine Vespa ist auch zurück

Simone Höhl

Jetzt ist klar, wem das Kanu gehört, das mitten in Freiburg in einem Vorgarten auftauchte. Und im Hintergrund des Polizeifotos erkannte ein Mann zudem seine gestohlene Vespa.

Das Kanu-Rätsel ist gelöst, meldet die Freiburger Polizei. Der Eigentümer des Faltboots, das am Mittwoch in einem Vorgarten im Stadtteil Rieselfeld gefunden wurde, hat sich bei der Polizei gemeldet. Die hatte das Kanu sichergestellt, nachdem ein Anwohner der Cornelia-Schlosser-Allee auf das ihm unbekannte Gefährt vor dem Haus gestoßen war.


Die Polizeibeamten hatten den Fund in einer Polizeigarage eingestellt und fotografiert. Am Donnerstag veröffentlichten sie das Foto in der Hoffnung, dass sich der rechtmäßige Besitzer meldet.

Statt dessen meldete sich ein 32-Jähriger, der auf BZ-Online das Foto gesehen hatte: "Im Hintergrund ist meine Vespa, die mir gestohlen wurde", erklärte er der Polizei. Er hat den hellblauen Oldtimer-Roller gleich erkannt. "Ich fand’s auch kurios", sagt der 32-Jährige aus dem Rieselfeld. Dort wurde ihm die Vespa auch geklaut. "Irgendwann während unseres Urlaubs."

Besitzer fährt bald wieder Vespa

Der Vespa-Eigentümer hatte den Diebstahl gemeldet. Und ein Spaziergänger hatte den Roller vor knapp zwei Wochen westlich des Dietenbachsees gefunden, die Polizei stellte ihn in der Garage unter. Die beiden Fälle waren noch nicht zusammengeführt worden.

Jetzt hat der Eigentümer nachgewiesen, dass es sich um seine Vespa handelt, erklärt Polizeisprecher Fanz. Noch heute will der 32-Jährige seinen Roller abholen. Bis zum Mittag rätselten die Ermittler noch, was es mit dem Kanu auf sich hat. "Dass der Dieb mit der Vespa zum Dietenbachsee gefahren ist und den Rückweg mit dem Kanu ins Rieselfeld nahm, gilt als unwahrscheinlich", meinte Fanz am Vormittag noch trocken.

"Im Ernst." Polizei zur unglaublichen Geschichte
Das wäre alles seltsam genug, aber die Polizei kann jetzt auch erklären, wie das Kanu überhaupt in den Vorgarten kam: Auch der Besitzer hat auch ihr Fahndungsfoto gesehen und sich beim Revier Freiburg Süd gemeldet. Er gab an, dass er zwei kaputte Stellen an seinem Faltboot geflickt und es zum Trocknen in den Vorgarten des Nachbarn gelegt hatte, der im Urlaub war. Als der Nachbar heim kam, wunderte der sich über das herrenlose Boot in seinem Garten – "im Ernst", sagt Fanz zu der unglaublichen Geschichte.

Damit nicht genug: Als der Eigentümer sein Kanu im Garten holen wollte, und es weg war, dachte er an Diebstahl. "Aber er hat es nicht als gestohlen gemeldet." Das Kanu sei nun wieder bei seinem Eigentümer.

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