Café

Das Dreikönigs-Café in der Wiehre kommt mit Verspätung

Stephanie Streif

Es hat länger gedauert als zunächst gedacht. Doch nun ist das Dreikönigs-Café in der Freiburger Wiehre eröffnet.

FREIBURG-WIEHRE. Früher wurden an der Ecke Dreikönig-/Erwinstraße unter anderem Spülmittel, Süßigkeiten und Blumensträuße verkauft. Seit neuestem gehen heiße Waffeln über die Ladentheke. Oder Kaffee mit viel aufgeschäumter Milch. Oder frisch gepresste Säfte. Seit dem 20. Februar ist das Dreikönigs-Café geöffnet. Rund anderthalb Jahre hat es gedauert, bis aus dem Lebensmittelladen Hofmeister ein Café wurde.


Es ist Nachmittag. Drei Tische sind besetzt, an einem sitzt Josef Kleine-König, der Besitzer des neu eröffneten Cafés. Er wirkt etwas müde. Die vergangenen Monate hatten es in sich. Kleine-König, der von Beruf Biolandwirt ist und einen eigenen Gartenanbaubetrieb hat, erzählt, wie gleich zu Beginn der Umbauarbeiten im Februar 2017 die alte Facetten-Decke heruntergekommen sei, was einen langen Rattenschwanz an ungeplanten Baumaßnahmen nach sich gezogen habe. "Den Ladenraum musste ich komplett neu machen", sagt er.

Neue Decke, neuer Boden, neue Fenster, neue Leitungen. Was er konnte, hat Kleine-König selber gemacht. Auch darum hat es gedauert. "Hinzu kam, dass es Monate brauchte, bis ich bei den Behörden meine Genehmigungen durch hatte", sagt er. Ursprünglich wollte der 60-Jährige sein Café schon vor Weihnachten eröffnen. Allerdings hatte er zu dem Zeitpunkt noch kein Warmwasser – und damit auch nicht das Okay der Lebensmittelbehörde, Kaffee und Kuchen zu servieren. Jetzt hat er sie.

Kleine-Königs Café ist anders. Bloß kein Standard. Tische und Stühle sind gebraucht. Hinten in der Ecke steht ein altes Klavier, gleich daneben ein rotes Sofa aus Leder. Und neben einem Tisch liegen wie zufällig hingeworfen ein Paar hochhackige Sandalen in Knallrot. "Gut, was?", kommentiert der Cafébesitzer das Ensemble: "Wir wollen hier unser ureigenes Ding machen."

"Wir", das sind Kleine-König und einige Bekannte, die sein Projekt auch finanziell unterstützen – Beate Froemer zum Beispiel, die früher in Kleine-Königs Gärtnerei gearbeitet hat und jetzt tagsüber im Café steht, Eintöpfe kocht, Kuchen backt oder frisches Apfelmus zubereitet. Oder wie Holger Georg, der die nagelneue Kaffeemaschine eingebracht hat. "Bei uns wird es kein industriell gefertigtes Topping zu den Waffeln geben", erklärt Kleine-König: "Was wir hier anbieten, kommt vom Feld. Je nach Saison bieten wir mal Apfelkuchen, mal Rhabarberkuchen oder eben Erdbeerkuchen an." Mit einem Kopfnicken zeigt Kleine-König in Richtung Raummitte. Dort lehnt an einer Säule ein Zeitungsständer, in dem neben deutschen Tages- und Wochenzeitungen auch die französischen Zeitung "Le Monde" und das Magazin "Art" stecken.

Noch ist das Café nur Café. Demnächst will Kleine-König darin aber auch Obst und Gemüse verkaufen. Der Plan: in der Ecke rechts von der Theke einen kleinen Verkaufsbereich entstehen lassen. Draußen verkauft Kleine-König schon länger, immer dienstags und freitags lässt er am Nachmittag einen Marktstand vor dem Café aufbauen. Auch das ist Teil des Konzepts. Und was drinnen passiere, hänge nicht zuletzt von seinen Gästen ab, das betont Kleine-König im Gespräch immer wieder. Ob sie das Café annehmen. Und wie sie sich selber einbringen. Für ihn sei vieles denkbar: Konzerte genauso wie Lesungen, Tanzveranstaltungen oder Filmabende, an denen per Beamer Klassiker wie "Belle Epoque" an die Wand geworfen werden. Und wenn jemand gerne Musik mache und Raum für einen Auftritt brauche, könne er gerne hier anfragen, sagt Kleine-König. Auch für private Feste könne man das Café mieten, Service-Team inklusive.

Ob sich das auf Dauer lohnt? Kleine-König gibt sich entspannt: "Man wird sehen." Er sei jedenfalls froh, dass ihm keine Bank Druck mache und er sich und seiner Idee von einem Quartierstreff treu bleiben könne. "Mir war von Anfang an klar, dass ich hier mehr reinstecken als rausholen werde."

Dreikönigs-Café: Dreikönigstraße 39, Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 8 bis 20 Uhr.