Das Artik soll jetzt doch wieder an den Karlsplatz - und nicht ans Basler Tor

Frank Zimmermann

Kehrtwende bei der Standortsuche nach einer neuen Heimat für das Jugendkulturzentrum Artik:das frühere ADAC-Gebäude am Karlsplatz steht nun wieder ganz oben auf der Wunschliste. Auch im Rathaus.



Favorisierten die Verantwortlichen ebenso wie sämtliche Gemeinderatsfraktionen zuletzt einen ehemaligen Supermarkt an der Merzhauser Straße als künftigen Standort, steht nun das frühere ADAC-Gebäude am Karlsplatz ganz oben auf der Wunschliste, auch im Rathaus. Dort ist man bereit, 400 000 Euro in einen Umbau zu stecken. "Wir sind zuversichtlich, dass das realisiert werden kann", sagt Bürgermeisterin Gerda Stuchlik. "Uns gefällt diese Lösung ganz gut." Es stünden nun vertiefende Untersuchungen und eine Begehung mit Stadträten an, zur Miete könne sie noch nichts sagen. Derzeit bezuschusst die Stadt den Betrieb des Artik im Jahr mit 63 000 Euro und die Miete mit weiteren 20 000 Euro.


Bis zu seinem Umzug ans Predigertor im September 2013 nutzte der ADAC das Gebäude am Karlsplatz. Es wurde in den 1950er Jahren erbaut und 1996 modernisiert. Zuletzt nutzten es SWR und die Filmfirma Ziegler als Produktionsbüro für den "Tatort". Es umzubauen, erklärt Stuchlik, sei baurechtlich leichter machbar und günstiger als der Supermarkt. Bei der Miete ist die Bürgermeisterin zuversichtlich, mit der städtischen Wohnbaugesellschaft Freiburger Stadtbau als Eigentümerin Einigkeit zu erzielen.

Bald ist Schicht im Schacht

Auch Artik-Geschäftsführer Konstantin Rethmann favorisiert das innenstadtnahe 660-Quadratmeter-Gebäude: "Es ist attraktiv und hat Potenzial. Wir freuen uns, wenn das klappt." Artik will dort mit Partnern sein Nutzungskonzept weiterentwickeln. Seit 2012 ist das Jugendzentrum in der ehemaligen Fußgängerunterführung unterm Siegesdenkmal zu Hause. Dort muss es zum Jahresende wegen des Baus der Stadtbahnstrecke über den Rotteck- und Friedrichring ausziehen, die letzte Party am kommenden Samstagabend trägt den Titel "Schicht im Schacht".

Was ein Jugendkulturzentrum am Basler Tor betrifft, hatten Anwohner Bedenken geäußert. Während der Vorsitzende des Bürgervereins Mittel- und Unterwiehre, Justus Kampp, begrüßt, wenn das Artik dort einziehen würde, fand Bürgervereinsmitglied Ursula Buss vom Quartiersbüro im "Wiehre-Journal" keinen Gefallen an der Idee: Das Artik könne die Gegend nicht beleben, da sich sein Betrieb auf den Abend konzentriere.

Mehr dazu:

[Foto: Ingo Schneider]